Ein Rieker-Store im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort, ein Tamaris-Store in der Altstadt – Michael Koch, seit 37 Jahren in der Branche, ist mit beiden Geschäften über viele Jahre sehr erfolgreich gewesen. Jetzt hat der Unternehmer Insolvenz angemeldet. Schuhhandel rentabel zu betreiben, dass sei zuletzt nahezu unmöglich gewesen, so der Händler gegenüber schuhkurier.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Düsseldorfer Rechtsanwalt Jan-Philipp Hoos bestellt. Die Gehälter der Mitarbeitenden sind bis Ende April über das Insolvenzgeld abgesichert. Bis dahin soll der Betrieb weiterlaufen. Nach einem Räumungsverkauf soll der Rieker-Store dann geschlossen werden. Für den Tamaris-Store bahnt sich eine Lösung an. Dieser wird laut Wortmann-Gruppe sehr wahrscheinlich von einem Tamaris-Systempartner weiter betrieben. Die Ergebnisse der Gespräche mit dem Insolvenzverwalter seien aber zunächst abzuwarten.
Die wirtschaftliche Situation habe sich über die vergangenen Jahre verschärft, erläutert Schuhhändler Michael Koch im Gespräch mit schuhkurier. „Die Rendite ist zu gering, auch weil die Mieten zu hoch sind.“ Sein Ausweg sei der Onlineverkauf gewesen, mit dem er auch gut durch die Corona-Pandemie gekommen war – nicht zuletzt auch, weil Zalando über Connected Retail auf Provisionen verzichtet hatte. Diese waren ab 2022 auf zuletzt 20% angestiegen – auch bei anderen Plattformanbietern bewegten sich die Provisionen zwischen 20 und 23%.
Zwar seien die Kundinnen und Kunden nach der Pandemie wieder zurückgekehrt – aber nicht in gewohnter Zahl. Ein Fünftel des Umsatzes sei weggebrochen – und das bei steigenden Kosten für Strom, Personal und Versicherung. Bei den Mieten habe es keinerlei Bewegung gegeben: Sie beläuft sich laut Michael Koch für den Rieker-Store auf 4.500 Euro, für den Tamaris-Store in der Altstadt dürfte sich die Miete nach Marktlage auf um die 20.000 Euro belaufen. Beide Standorte haben eine Fläche von rund 100 qm.
Trotz des nun notwendig gewordenen Schritts gibt sich der Schuhhändler zuversichtlich. Zunächst will er den Insolvenzverwalter nach Kräften unterstützen. Und danach würden sich neue Möglichkeiten eröffnen, so Michael Koch.