Schwerpunktthemen und erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen
Datenaustausch
Diese Gruppe startete schon vor der Initiative im Frühjahr und wurde von Roman Degenhardt zusammen mit BTE ins Leben gerufen. Gemeinsam mit fünf Herstellern, vier Schuhhändlern, dem European Clearing Center sowie Vertretern der Warenwirtschaftssysteme, Verbundgruppen und Verbände wurden bislang drei Treffen realisiert. Zwei Projekte wurden nach Angaben des Gruppen-Moderators Degenhardt inzwischen auf den Weg gebracht: „Elvis“ sorgt dafür, dass die Lagerbestände der Lieferanten in den Warenwirtschaftssystemen der Händler sichtbar sind. „Dave“ ermöglicht die elektronische Datenaustauschvereinbarung zwischen Handel und Industrie.
In Kürze soll aus dieser Gruppe heraus ein Positionspapier zur Bedeutung des digitalen Austauschs an die Öffentlichkeit gehen. Dieses Papier hat der BTE gemeinsam mit HDS/L, ANWR und SABU erstellt. Anschließend sollen Workshops und Seminare zum Thema angeboten werden.
Order, Orderrhythmen, Messen
Moderiert wurde die Arbeitsgruppe von Manfred Junkert (HDS/L) und dem Schuhhändler Ulrich Volk. „Der Teilnehmerkreis setzte sich zusammen aus besonders engagierten Schuhhändlern und aus vielen namhaften Schuhherstellern; vom modischen Damenschuhhersteller über Lifestylemarken und Kinderschuhhersteller bis hin zu Komfortschuhherstellern war das ganze Spektrum der Schuhindustrie vertreten“, so Manfred Junkert in Heilbronn. Alle Teilnehmer hätten den Austausch als sehr offen und zielführend bewertet. Die Fragestellungen seien allerdings komplex, so dass es keine „schnellen Lösungen“ gegeben habe. Es sei aber gelungen, die unterschiedlichen Blickwinkel der Branchenteilnehmer zu beleuchten und „zum Kern“ vorzudringen. Auf Details ging Junkert zunächst nicht ein, umschrieb aber die Punkte, die zur Diskussion standen. Dazu gehörten die Steuerung des Wareneingangs, die Arbeit des Außendienstes, die Limitplanung und auch die Orderfenster und -termine. In diesem Zusammenhang sei auch das Thema Messe ein wichtiges Element gewesen. „Mit der Messesituation, so, wie sie ist, ist weder der Handel noch die Industrie zufrieden“, resümierte Junkert. Ob und wie man daran etwas ändern kann, soll eine weitere Arbeitsgruppe zu Beginn des kommenden Jahres eruieren.
Effizienz
In diesem Gremium befassten sich die Teilnehmenden unter Leitung von Schuhhändler Ingo Hänel mit Themen wie Quellenauszeichnung durch die Hersteller, NOS-Programmen, Orderprozessen, Datenaustausch, EDI, Prozessen und verlängerter Ladentheke. Das sei notwendig, so Hänel, „weil ich unsere Branche an so vielen Stellen für ineffizient halte und es Verbesserungspotenzial für beide Seiten gibt.“ Die zahlreichen Themen wurden in der Arbeitsgruppe priorisiert. Im Fokus stehen nun zunächst die Bereiche Warenmanipulation, Orderprozesse und Digitalisierung sowie Mitarbeiterqualifizierung. In verschiedenen Untergruppen wurden diese Themen laut Hänel vorangebracht und Pilotprojekte initiiert.
„Aus Verbundgruppensicht ist das Thema Effizienz sicherlich einer der wichtigsten Erfolgshebel, um Einzelhandel zukunftsfähig zu machen“, erklärte Tobias Eichmeier, Vorstandsmitglied der ANWR Group. Das Thema Personalmangel gehöre dabei zu den größten Herausforderungen.
Standing des Schuhs/Lobbying
Politisch sei die Schuh- und Modebranche in ihrer Position inzwischen gestärkt worden, berichtete Stephan Krug, Geschäftsführer der SABU GmbH als Zwischenfazit der Arbeitsgruppe. Während der Corona-Pandemie habe es aufmerksamkeitsstarke Initiativen für den Schuh- und Modehandel gegeben. Der Wechsel an der Spitze des HDE, wo mit Alexander von Preen ein Vertreter des Sporthandels nun die Interessen der Branche vertritt, sei ein weiter Schritt in diesem Sinne. Ebenso sei die Übernahme der BTE-Präsidentschaft durch den Osnabrücker Modehändler Mark Rauschen zu bewerten.
Zum Standing des Schuhs in der Wahrnehmung der Verbraucher habe die Arbeitsgruppe intensiv diskutiert. „Es kamen erste schon sehr konkrete Ergebnisse“, so Krug. In einer kleineren Gruppe sollen diese diskutiert und ab Ende Februar kommenden Jahres vorgestellt werden. „Es geht um eine Verfeinerung des Koordinatensystems des Verbrauchers bis hin zur Image-Kampagne, die die Wertigkeit von Schuhen herausstellt“, so Stephan Krug.
BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels ergänzte dazu: „Wir haben gute Möglichkeiten, mit unseren Verbandsfunktionären und -Vertretern gegenüber der Politik adäquat aufzutreten, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit, um hier ein anderes Bild zu erzeugen, und zwar ein nachhaltiges Bild.“ Ein erstes Papier dazu liege intern bereits vor.
Am 11. März will sich erneut der große Kreis treffen, der bereits am 4. September in Mainhausen zusammengekommen war. Dann sollen die Arbeitsgruppen weitere und konkretere Ergebnisse vorgestellt und im Anschluss auch an die Öffentlichkeit kommuniziert werden.