Nachdem das Emsdettener Schuhhandelsunternehmen Hölscher eigens ein Nachhaltigkeits-Projekt ins Leben gerufen hatte, gehörte die Umstellung der Kassenbons zu den ersten Vorhaben. „Die herkömmlichen Papiere erhalten Biphenole und reichlich Chemie und können vor allem nicht recycelt werden“, erklärt Thomas Hüser den Plan. Es gebe Alternativen, die bereits unter anderem in Supermärkten zum Einsatz kämen: Die „blauen“ Bons kämen ohne Chemie aus und könnten in den Papierkreislauf zurückgegeben werden.
Gesagt – und fast getan: Der Lieferant für die umweltfreundliche Papier-Alternative war laut Thomas Hüser schnell gefunden. Aufgrund des Dienstleistungsvertrages mit Intercard müsse jedoch auf der Rückseite ein spezieller Hinweis aufgedruckt werden. Das sei zwar grundsätzlich kein Problem, führe jedoch dazu, dass man als Mindestmenge eine ganze Palette Papier abnehmen müsse, so Hüser. „Über unseren Verband, Kassenhersteller oder andere Partner war eine Bestellung nicht möglich“, sagt der Unternehmer und wundert sich. Schließlich habe man ihm bestätigt, dass rund 1.000 weitere Händler einen vergleichbaren Vertrag mit der DZB Bank und Intercard hätten. Sie würden also für eine Umstellung auf umweltfreundliches Papier genau dieselben Rollen benötigen.
Um schnell und vor allem umweltschonend voranzukommen, hat Thomas Hüser ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Unter www.rollenwechsel.com können sich Händler an dem Projekt beteiligen.
Zwei Varianten stehen dafür zur Auswahl:
Entweder man zahlt 10% auf seine Bestellung an. Die Lieferung erfolgt dann später gegen Rechnung. Alternativ kann man eine Vorauszahlung leisten und erhält als kleines Dankeschön für das Engagement 5% Rabatt.
Bestellt wird, sobald 60% des Palettenvolumens gesichert sind, spätestens am 30. September 2023. Der Papierhersteller gibt laut Hüser eine Lieferzeit von etwa vier Wochen an. Somit könnte Ende Oktober alles ausgeliefert sein. Werden die Ziele nicht erreicht, behalte man sich vor, das Projekt einzustellen, erläutert Thomas Hüser. Das Geld werde dann natürlich zurückgezahlt.
„Stimmt die Zahl von 1.000 Händlern, mache ich mir jedoch keine Sorgen, dass wir eine Sammelbestellung hinbekommen,“ zeigt sich der Händler zuversichtlich.