Laut Insolvenzverwalter könnte es noch im Sommer zur Schließung der meisten Filialen kommen. Die insgesamt rund 80 Mitarbeiter haben zudem unter Einhaltung der Fristen ihre Kündigung erhalten.
„Wir haben seit dem Insolvenzantrag Mitte Februar intensiv nach potenziellen Investoren gesucht und sind dabei zunächst auch auf Interesse gestoßen. Das hat sich in den weiteren Verhandlungen jedoch nicht konkretisieren lassen“, erklärt Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé. Neben der generell schwierigen Lage des Schuhfachhandels habe sich dabei insbesondere die Höhe der Mieten an den Standorten für die Interessenten als ein zu hohes Risiko erwiesen. „Letztlich haben wir daher derzeit nur für die Filiale in Traunstein ein annahmefähiges Angebot zur Fortführung vorliegen“, so Jaffé. „Ohne Investor und neues Kapital haben wir keine Möglichkeit, den Betrieb bei Schuhhaus Raab nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens dauerhaft fortzuführen. Solange der Räumungsverkauf läuft, werden wir jedoch weiter versuchen für einzelne Standorte noch eine Lösung zu finden“, betont der Insolvenzverwalter.
Was die Gläubiger erwarten können
Für die Gläubiger der Schuhhaus Raab GmbH wird das Insolvenzverfahren nach Einschätzung des Insolvenzverwalters „ein glimpfliches Ende“ nehmen. Durch den guten Erfolg des bereits seit März laufenden Abverkaufs in den einzelnen Filialen könne voraussichtlich eine weit überdurchschnittliche Quote bei der Befriedigung der Forderungen erzielt werden.
Genaue Zahlen dazu sollen jedoch erst nach einer abschließenden Prüfung durch das Gericht vorliegen.
Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 27. April das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Münchner Schuhhandelsunternehmens eröffnet; Dr. jur. Michael Jaffé ist damit als Insolvenzverwalter betsätigt.
In allen insgesamt 15 Raab-Filialen in München, Oberbayern und der Oberpfalz läuft noch bis Ende Juni der Räumungsverkauf. Nach aktuellem Stand müssen die meisten von ihnen danach schließen. Die Mitarbeiter sind darüber laut Insolvenzverwalter bereits informiert worden.
Was zur Insolvenz führte
Die Schuhhaus Raab GmbH wurde vor 116 Jahren gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich zum Filialisten mit 15 Filialen in Oberbayern und der Oberpfalz; allein in München unterhielt der Händler acht Standorte. Durch den Wettbewerb mit Outlets und Onlinehändlern sei in den letzten Jahren hoher Druck im Schuhhandel entstanden, so die Erläuterung des Insolvenzverwalters. Für das Schuhhaus Raab habe dies zunehmende Umsatzeinbußen nach sich gezogen, während gleichzeitig die fixen Kosten für Mieten, Löhne und den Betrieb der Filialen weiter stiegen. Diese Entwicklung habe letztlich zur Insolvenz geführt.