Rohde soll demnach als eigenständiges Unternehmen und als Hauptmarke in Deutschland in die Gruppe integriert werden. Der Standort Schwalmstadt und rund 50 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Die Mitarbeiter wurden am 8. März in einer Mitarbeiterversammlung über den erfolgreichen Verkauf informiert.
„Hinter uns liegen schwierige Monate, in denen wir mit widrigen Bedingungen kämpfen und schwierige Entscheidungen treffen mussten, aber die Anstrengungen haben sich gelohnt“, erklärt Insolvenzverwalter Schmitt zum Ausgang der Verhandlungen. „Jetzt kann die gesamte Belegschaft voller Zuversicht und mit neuem Mut nach vorne blicken. Mit der Inblu Group haben wir einen Partner für Rohde gefunden, der als strategischer Partner den Markt hervorragend kennt und mit ’Fischer Markenschuh‘ und ’inblu‘ über zwei etablierte Marken verfügt. Rohde ergänzt das Portfolio der Gruppe aus meiner Sicht hervorragend“, so Schmitt weiter.
Rohde geht nach Ansicht des Insolvenzverwalters deutlich gestärkt aus diesem Verfahren hervor: „Zwar haben wir Sanierungsschritte durchführen müssen, die für uns schmerzhaft waren. Aber wir haben damit die Grundlage für eine gute Zukunft des Unternehmens und der Marke Rohde legen können. Mit dem Einstieg der Inblu Group hat Rohde einen Partner an die Seite bekommen, der die Kenntnis und die Mittel hat, um Rohde am Markt weiter erfolgreich zu platzieren.“
Die Inblu Group um den italienischen Hersteller Condor Trade war einer von mehreren Interessenten, mit denen Insolvenzverwalter Schmitt Übernahmegespräche führte. Die Gruppe besteht seit den späten 1970er Jahren und vereinigt mehrere Gesellschaften in Italien, Polen, Indien, Deutschland und der Ukraine unter einem Dach. Inblu produzierte laut Insolvenzverwalter im Jahr 2016 mehr als 30 Mio. Paar Schuhe in gruppeneigenen Fabriken und beliefert mehr als 1.000 Partner, insbesondere in den europäischen Märkten.
Die Wurzeln von Inblu liegen im italienischen Verolanuova (Brescia), wo das Unternehmen als Sohlen- und Absatzhersteller begann. 1982 startete die Firma mit der Schuhproduktion. Basis ist eine spezielle Technologie, genannt ’Chips‘. Das Verfahren fußt auf der Direktanspritzung, die Riemen, Einlegesohle und Sohle ohne die Nutzung von Klebstoffen miteinander verbindet. Zum Portfolio des Unternehmens gehören Slipper, Sandalen und Pantoletten für Damen, Herren und Kinder.