Die Schuhausfuhren aus Vietnam sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Industrieverbands Lefaso legten die Exporte zwischen Januar und Juni um 10,5% auf 11,8 Mrd. Dollar zu. Im Gesamtjahr 2017 wurden mehr als 1 Mrd. Paar Schuhe im Wert von 14,7 Mrd. Dollar ausgeführt. Dieser Wert dürfte im laufenden Jahr übertroffen werden.
Vietnam profitiert von Handelskonflikt zwischen USA und China
Vietnam scheint somit vom anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China zu profieren. So haben bereits diverse Unternehmen angekündigt, vor dem Hintergrund der unsicheren wirtschaftspolitischen Lage ihre Produktion in Vietnam auszubauen. So teilte etwa Adidas im Frühjahr mit, dass mittlerweile 44% der Schuhe mit den drei Streifen in Vietnam gefertigt werden. 2012 lag der Anteil noch bei 31%. Im Gegenzug ist der Anteil von China an der Schuhproduktion von Adidas im gleichen Zeitraum von 30% auf 19% gesunken.
Zudem kündigte kürzlich auch der chinesische Konzern Stella International eine Produktionsverlagerung an. Das Unternehmen, das unter anderem für Marken wie Clarks, Ugg, Ecco und Timberland fertigt, will seine Kapazitäten in China zurückfahren. Hintergrund sind auch hier die Spannungen zwischen den USA und China. „Wir beobachten die Entwicklungen, die einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung haben könnten, sehr genau“, erklärte Jack Chiang, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Stella. „Im Fokus steht dabei vor allem eine Ausweitung der US-Zölle auch auf die Einfuhr von Schuhen aus China“, so Chiang weiter. „Wir werden daher unsere Produktionskapazitäten in China innerhalb des kommenden Jahres erheblich zurückfahren und in andere Länder verlagern.“