Welche strategische Rolle spielt für Timberland der deutsche Markt – auch im Verhältnis zu den anderen Märkten in Europa?
Timo Schmidt-Eisenhart: Ich bin verantwortlich für Europa, den Mittleren Osten und Afrika, und innerhalb dieser Region spielen Deutschland und der Raum DACH eine riesige Rolle. Diese Märkte sind rein geographisch zentral in Europa gelegen. Und sie haben großen Einfluss auf die umliegenden Länder und auch in den Osten hinein. Hier leben insgesamt ca. 100 Mio. Menschen. Das ist logischerweise ein großer Fokusmarkt für uns. Hinzu kommt, dass Deutschland geprägt ist durch den traditionellen Schuhfachhandel. Dieser ist hier noch von großer Bedeutung. Das sehen wir keineswegs als negativ an. Es verändert unsere Strategie hier und da leicht, wir bearbeiten den deutschen Markt anders als etwa Italien oder England. Aber durch die enorme Anzahl der POS in Deutschland sehen wir speziell diesen Markt als strategisch an.
In der deutschen Einzelhandelslandschaft, speziell auch im Schuhbereich, sind gravierende Veränderungen erkennbar. Wie bewerten Sie diese Entwicklungen und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?
Viele kleine Händler mögen derzeit Probleme haben, viele Unternehmen sind aber auch sehr zufrieden. Sie wirtschaften und arbeiten solide und verstehen, was ihre Kunden wollen. Das können Ketten, aber auch einzelne Geschäfte sein. Es findet aktuell ein Konsolidierungsprozess statt, der alle paar Jahre geschieht und den wir zur Kenntnis nehmen müssen. Er findet statt. Wir sehen die Veränderung allerdings nicht so dramatisch. Der qualitativ gute Schuhhandel durchlebt sicher schwierige Zeiten. Aber er wird überleben.
Das ausführliche Interview mit Timo-Schmidt-Eisenhart lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 7.