Wie die Schuhpark Fascies GmbH mitteilt, wurde das Konzept zur Neuausrichtung des Unternehmens in den Wochen seit Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung von Geschäftsführer Bernhard Fascies sowie den beiden in die Geschäftsführung berufenen Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andres Pantlen von der Kanzlei BBL in Abstimmung mit dem gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter erarbeitet.
Im Zuge der Restrukturierung werden 18 Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit dem Auslaufen der Mietverträge, spätestens Mitte des Jahres 2019, geschlossen. Die Arbeitsverhältnisse von 150 Beschäftigten wurden betriebsbedingt gekündigt. Dieser Entscheidung sei eine intensive Prüfung der wirtschaftlichen Ausgangssituation und Profitabilität vorausgegangen, teilt das Unternehmen mit. „Wir haben in den vergangenen Wochen hart an einer Lösung für den Erhalt von Schuhpark gearbeitet. Der Entschluss ist uns nicht leichtgefallen. Er ist aber die beste Möglichkeit, das Unternehmen und mehr als 750 Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern“, sagt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Bernhard Fascies. Zudem werde ein Investor als Gesellschafter bei Schuhpark Fascies einsteigen, so dass das Unternehmen vollständig erhalten bleibe. Der umfangreiche Investorenprozess stehe kurz vor dem Abschluss.
„Die Schließungen sind ein leider unerlässlicher Schritt, um Schuhpark Fascies zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Bernsau, der die operative Restrukturierung des Unternehmens verantwortet. Er werde Anfang April 2019 den Insolvenzplan des Unternehmens beim zuständigen Amtsgericht in Münster einreichen, auf dessen Grundlage die Gläubiger des Unternehmens nach der jetzt erfolgten Insolvenzeröffnung über die Restrukturierung zu beschließen haben. „Wir stehen mit allen wesentlichen Beteiligten in einem intensiven Austausch und sind sehr zuversichtlich, dass die Gläubiger unserem Kurs folgen werden“, so Geschäftsführer Andreas Pantlen.
Diese Filialen werden geschlossen
Folgende Filialen werden spätestens Mitte des Jahres 2019 geschlossen: Bielefeld im Loom-Center, Bockum-Hövel, Bremen in der Waterfront, Bremen im Roland-Center, Cloppenburg, Coesfeld, Ibbenbüren, Kaltenkirchen, Meppen, Münster im Meck‘s, Münster Ludgeristraße, Neumünster, Westerland sowie Tamaris-Systempartner-Stores in Bremen, Hameln, Lingen, Oldenburg, Rheine. Der Verkauf soll auch in diesen Filialen bis auf Weiteres ohne Einschränkungen weiterlaufen, teilt das Unternehmen mit.
Den entsprechenden Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung hatte die Schuhpark Fascies GmbH am 9. Januar 2019 gestellt. Das zuständige Amtsgericht hat das Verfahren am 27. März 2019 eröffnet. Die Schuhpark Fascies GmbH nutzt nach eigenen Angaben die seit dem 1. März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen gezielt eigenverantwortlich zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen. Begleitet wird das Unternehmen dabei durch die Restrukturierungsexperten Dr. Georg Bernsau und Andreas Pantlen von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff, die in die Geschäftsführung eingetreten sind und die operative Restrukturierung verantworten. Der Münsteraner Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Stephan Michels ist vom Gericht als Sachverwalter eingesetzt, um die Geschäftsführung in der Eigenverwaltung zu überwachen und die Gläubigerinteressen zu wahren.
Über Schuhpark Fascies
Die Schuhpark Fascies GmbH beschäftigt aktuell 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein, davon 116 im Zentrallager sowie der Logistik und 33 in der Verwaltung. Das Unternehmen wurde im Jahr 1975 gegründet, als Bernhard Fascies sein erstes Schuhgeschäft in einer alten Weberei in Warendorf eröffnete.