Der BTE veröffentlichte am 25. August bei einem Termin im Rahmen der Düsseldorfer Schuhmesse Twodays die Ergebnisse des Schuhhandels im ersten Halbjahr 2025. Demnach geht der Verband im Durchschnitt von einem Minus von 3 % bis 4 % aus. Laut Statistischem Bundesamt lagen alle sechs Monate einstellig im Minus, nur im März konnte fast ein Umsatzpari erreicht werden. Im Online-Handel sind die Ausgaben für Schuhe hingegen gestiegen. Der BTE beruft sich auf eine repräsentative Verbraucherbefragung des E-Commerce-Verbands BEVH: Demnach sind die Ausgaben für Schuhe im ersten Quartal um 5,8% und im zweiten Quartal um 7,6 % gestiegen. „Hier spielt sicher eine Rolle, dass sich in der Corona-Zeit viele Kunden an den Online-Einkauf und die Informationssuche im Netz gewöhnt haben und auch die Qualität der Angebote stetig gestiegen ist“, konstatiert BTE-Schuh-Experte Sönke Padberg.
Auch die anhaltende Insolvenz- und Schließungswelle sei ein Grund für die schwache Umsatzentwicklung im stationären Schuhfachhandel. Der BTE geht davon aus, dass aktuell maximal rund 2.500 Unternehmen schwerpunktmäßig Schuhe in Deutschland verkaufen. 2010 waren es laut Umsatzsteuerstatistik noch über 5.000 Unternehmen. Die Zahl der stationären Schuhhändler hat sich damit binnen 15 Jahren mehr als halbiert. Bei Einbeziehung der Filialen dürfte der Schwund ähnlich groß sein. Sönke Padberg sagte dazu: „Wir gehen davon aus, dass Gesamtbestand aller stationären Schuhläden aktuell auf unter 8.000 gefallen ist.“ Während die Umsätze seit der Corona-Pandemie gefallen und sich vielfach nicht erholt hatten – der Umsatz im stationären Schuhfachhandel liegt immer noch einige Prozentpunkte unter dem Niveau von 2019 –, haben sich die Ausgaben erhöht. „Gleichzeitig sind die Kosten seit 2020 um rund 30 % gestiegen, sodass viele Schuhhändler in den roten Zahlen landen“, berichtet Padberg.
Für das laufende Jahr rechnen zwei Drittel der Schuh- und Lederwarenhändler laut einer aktuellen HDE-Umfrage mit einem Umsatzrückgang im Gesamtjahr, nur knapp jeder Fünfte geht von einem Zuwachs aus. Als aktuelle Top-Themen bzw. Problemfelder werden dabei von 78 % die allgemeine Kaufzurückhaltung genannt. Auf den nächsten Plätzen folgen die Bürokratiebelastung (63 %) sowie der Mindestlohn und der Attraktivitätsverlust der Innenstädte (jeweils 51 %). Nach Hochrechnungen des BTE lagen die Umsätze mit Schuhen in Deutschland im Jahr 2024 bei 11,62 Mrd. Euro und damit 0,8 % bzw. 90 Mio. Euro unter dem Wert von 2023. Besonders betroffen war der stationäre Schuhfachhandel mit Einbußen in Höhe von 100 Mio. Euro bzw. minus 1,5 %, während der Online-Handel 2024 um 20 Mio. Euro bzw. 0,7 % zulegen konnte.