Seit 2019 gab Zalando das Ziel bekannt, grüner zu werden und „eine nachhaltige Mode-Plattform mit einer netto-positiven Auswirkung auf Mensch und Erde“ zu werden. Das Problem: Von knapp 440 Millionen retournierten Modebestellungen geht rund ein Drittel auf das Konto von Zalando. Knapp die Hälfte des Moderiesen wird zurückgesendet. Nur 0,05% der Retouren sollen laut Modehändler Zalando vernichtet werden. Dieser Behauptung gingen die Investigativ-Reporter von Flip in Zusammenarbeit mit der Zeit und Vollbild, dem Investigativ-Format des SWR nach – und wurden in ihrem Verdacht bestätigt. Neben vorgeschriebener Geheimniskrämerei in polnischen Logistikzentren hin bis zur Fragen ausweichenden Kreislaufchefin gab sich der Händler in dem Report von Flip dabei alles andere als transparent.
Aus diesem Grund suchte man sich Hilfe bei Greenpeace, um bestellte und routinierte Artikel mittels Peilsender zurückverfolgen zu können. Das verblüffende Ergebnis: die meisten Artikel verbrachten ihr Dasein als LKW-Fracht und wurden teils nach Polen, nach Schweden, Dänemark und so weiter transportiert. Andere, dreckigere oder defekte Produkte, wurden dagegen tatsächlich vernichtet. Zalandos Ausrede: Bei der Berechnung der 97% Wiederverkaufsrate von routinierten Produkten würden nur der Zalando-Shop und nicht die Partnern, die ihre Ware auf der Seite anbieten, berücksichtigt. Da z.B. auch Logistikabschnitte von anderen Unternehmen übernommen werden, werde auch deren Handhabung mit den Artikeln nicht miteinberechnet.
Weitere Informationen sowie den ausführlichen Investigativ-Report finden sie auf letsflip.de.