Am 25. Januar hat die Signa Holding beantragt, die am 29. November beschlossene Insolvenz in Eigenverwaltung aufzugeben und in eine Insolvenz ohne Eigenverwaltung zu wechseln. Damit wird die Geschäftsführung vom Insolvenzverwalter Dr. Christof Stapf von Stapf Neuhauser Rechtsanwälte übernommen.
Begründet wird die Notwendigkeit dieses Wechsels mit den Ende Dezember eröffneten Insolvenzverfahren über die Töchter Signa Prime Selection und Signa Development Selection. Für den Insolvenzverwalter seien genaue Einblicke in diese beiden Verfahren nötig, um die Erfüllbarkeit und Angemessenheit des Sanierungsplans der Signa Holding ordnungsgemäß prüfen zu können. Außerdem fällt durch den Verfahrenswechsel die zeitliche Begrenzung weg. Nun kann die Entwicklung der Insolvenzen der Tochtergesellschaften abgewartet werden, bevor für die Signa Holding die Sanierungsplantagsatzung anberaumt wird. Dort stimmen die Gläubiger über den Sanierungsplan ab. Die Sanierungsplantagsatzung soll planmäßig Ende April stattfinden. Bis dahin sieht der Sanierungsplan drei Phasen vor
- Die operative Redimensionierung, die bereits weitestgehend abgeschlossen sei. Ziel war eine schlanke Holding, die im Wesentlichen das in dieser Funktion erforderliche Personal (Geschäftsführung, Rechnungswesen, Aufbereitung von Informationen) bereithält. Der Teilbetrieb für Repräsentation und Akquise der Signa Holding GmbH wurde geschlossen, die Zahl der Beschäftigten von 42 auf acht reduziert. Nicht zwingend notwendige Bestandsverträge wurden aufgelöst.
- Die geordnete Verwertung nicht mehr betriebsnotwendiger Assets, die ebenfalls bereits teils abgeschlossen bzw. im Gange sei. Das Vermögen der Signa Holding soll dadurch für die Erfüllungsphase des Sanierungsplans auf das Beteiligungsvermögen reduziert werden. Die erzielten Erlöse fließen im Rahmen des Sanierungsplans zugunsten der Gläubiger in die Insolvenzmasse.
- Die Strukturierung des Sanierungsplans. Die Signa Holding bemühe sich darum, die Beteiligungsstruktur zu stabilisieren. Daher unterstützt die Signa Holding einen wertstabilisierenden Sanierungsplan bei Signa Prime und Signa Development. Die Verwertung weiterer Beteiligungen abseits von Signa Prime und Development wurde von der Signa Holding bereits unmittelbar nach Verfahrenseröffnung initiiert und großteils bereits in Angriff genommen. Der Insolvenzverwaltern und der von diesem beigezogene Sachverständige würden diesbezüglich die Verkaufsverhandlungen führen oder seien in diese voll eingebunden. Ein Teil dieser Verwertungen wird aus heutiger Sicht durch den Verfahrenswechsel bis zur Abstimmung über den Sanierungsplan Ende April abgeschlossen werden können. Die daraus resultierenden Erlöse stehen im Rahmen des Sanierungsplans zur Verfügung. Aus heutiger Sicht ist damit die laufende Finanzierung des operativen Geschäftsbetriebes der Signa Holding GmbH gemäß Finanzplan bis auf weiteres gesichert.
Die Prüfungstagsatzung, dort werden die von Gläubigern angemeldeten Forderungen in Bestand und Höhe geprüft, soll wie geplant am 29. Januar stattfinden. Laut Insolvenzantrag betragen die Passiva der Signa Holding zu Liquidationswerten rund 5,26 Mrd. Euro, wovon rund 252 Mio. Euro besichert sind. Auf diese können die Gläubiger also auf jeden Fall zugreifen. Die Höhe der Quote hängt von den Verhandlungen über den Sanierungsplan ab.