Sioux wird in Zukunft nicht mehr als Schuhausstatter an den Olympischen Spielen partizipieren. Die Traditionsmarke aus Baden-Württemberg zieht sich aus der Olympiaförderung zurück. Olympia habe sich inzwischen zu weit von den Wurzeln entfernt, die Sioux seinerzeit in den 1970er Jahren bewogen haben, als Sponsor und Förderer aufzutreten, teilte das Unternehmen mit. Statt vom olympischen Geist werde das Konstrukt Olympia heute rein von kommerziellen Interessen beseelt, einerseits von multinationalen Konzernen, andererseits von supranationalen Verbandsspitzen. Gleichzeitig nehme die gesellschaftliche Verwurzelung der Olympischen Spiele ab, wie auch in Deutschland die beiden negativen Volksentscheide in Bayern und Hamburg eindrucksvoll gezeigt hätten.
Hinzukommen laut Sioux soziale, volkswirtschaftliche und ökologische Verwerfungen an den Austragungsorten, wie beispielsweise überdimensionierte Prestigebauten, eine hohe Verschuldung und substantielle Schäden in den lokalen Ökosystemen, allesamt Folgen eines Gigantismus, die aus ethischen Gründen bei einem solchen Olympia-Engagement zu berücksichtigen sind. Nebenbei sehen sich die internationalen Organisatoren zunehmend Vorwürfen ausgesetzt, dass sie im Anti-Doping-Kampf nicht konsequent genug durchgreifen. Der Idee der fairen Spiele mit gleichen Wettbewerbsvoraussetzungen werde so zusätzlich geschadet. Sioux scheidet daher Ende 2016 mit Auslaufen des bisherigen Vertrages als Ausstatter aus.
Lewin Berner, geschäftsführender Gesellschafter von Sioux:
„Wir als Sioux, die seit 1972 Olympia begleiten und
begeisterte Ausstatter des deutschen Teams sind, wollen
zukünftig nicht mehr Teil dieser olympischen Entwicklungen
sein. Wir haben unser Engagement sorgsam geprüft und
uns nun aus verschiedenen Gründen für diesen Schritt
entschieden. Unsere Kritik wendet sich nicht gegen die
deutschen Verbände und auf gar keinen Fall gegen unsere Sportler, vor deren entbehrungsreichem Einsatz und deren Leistungen wir den Hut ziehen. Selbstredend wünschen wir der deutschen Mannschaft weiterhin viel Erfolg und vor allen Dingen friedliche Spiele in einer zunehmend unübersichtlichen Welt.“