Wie die Zeitung in Ihrer Rubrik „Lifestyle“ berichtet, neigt sich die Ära des Sneakers dem Ende zu. Einst Symbol für eine ganze Generation – rebellisch, bequem, begehrt – hat der Turnschuh in den letzten Jahren seine Position als Modeikone und sogar als Wertanlage behauptet. Doch die Zeichen stehen auf Wandel. Der Loafer, lange Zeit als spießig belächelt, kehrt zurück – mit einem neuen Selbstverständnis.
Der Sneaker war mehr als ein Schuh. Er verband Streetwear mit Businesslook, spiegelte den Aufstieg der Hip-Hop-Kultur und wurde durch Rapper, Sportler und Popstars weltweit salonfähig. In den letzten Jahren entwickelte sich der Sneaker gar zum Handelsobjekt: Junge Männer horteten limitierte Modelle, die Preise stiegen, „Hypebeasts“ dominierten den Markt. Doch das Wachstum hat seinen Zenit überschritten.
Ein prominentes Beispiel: Der Nike Air Jordan – einstige Umsatzrakete – verzeichnet laut Welt seit 2024 einen Rückgang. Von 6,99 Mrd. US-Dollar (rund 6,43 Mrd. Euro) muss Nike nun mit Rabattaktionen gegensteuern. Die Begeisterung bröckelt. Zwar bleibt der Sneaker im Alltag präsent, etwa mit Modellen von New Balance oder Salomon, doch der Reiz des Besonderen ist verblasst.
Parallel steigt ein Klassiker auf: der Loafer. Einst zu formell, wird er nun lässig gestylt – sogar zur Jogginghose. Ob Bella Hadid oder Tyler, the Creator – der Loafer ist angekommen, und zwar genderfluid und alltagstauglich. Seine Herkunft als norwegisch inspirierter Bauernschuh und sein Durchbruch als Pennyloafer in den 1930er-Jahren verleihen ihm ein narratives Gewicht. Heute steht er für erwachsene Lässigkeit ohne Spießigkeit.
Was bedeutet das für das Hypebeast-Phänomen? Noch ist unklar, wohin sich der Trend entwickelt. Outdoor-Styles à la „Gorpcore“ und „Quiet Luxury“ liefern mögliche Richtungen. Doch der Wandel ist spürbar: Der Sneaker ist nicht länger das Maß aller Dinge. Wer sich in Turnschuhen einst ein Statussymbol ins Regal stellte, blickt heute auf fallende Preise – und vielleicht auf einen neuen Lieblingsschuh mit Absatz und Stil.