Die Stimmung im Einzelhandel ist in den letzten Jahren deutlich angespannter geworden. Nach der Einschätzung von Philip Meeth hat sich der Arbeitsalltag vieler Beschäftigter stark verändert: „Früher ging es primär ums Verkaufen – heute ist immer ein Stück Aufmerksamkeit für Sicherheit dabei.“ Er ist Business Development Manager Central Europe bei Vocovo, einem Anbieter sprachbasierter Kommunikationslösungen für Mitarbeitende im Einzelhandel.
Dabei gehe es ihm nicht nur um einzelne Vorfälle. Für viele Mitarbeitende entstehe ein generelles Gefühl von Unsicherheit, weil sie sich in kritischen Situationen oft auf sich allein gestellt fühlen. „Klar, die Diebstähle im Handel häufen sich, das ist ein allgemeines Problem. Aber eben auch der Stress, der dadurch entsteht, weil Mitarbeiter oft nicht richtig wissen, wie sie damit umgehen und sich verhalten sollen“, sagt Meeth. Umso wichtiger sei es, Mitarbeitenden das Gefühl zu vermitteln, nicht allein zu sein – „auch, wenn es sich physisch vielleicht gerade so anfühlt“.
Gleichzeitig steht der Handel vor einem sensiblen Balanceakt: Sicherheitsmaßnahmen sollen Schutz bieten, dürfen aber das Einkaufserlebnis der Kundschaft nicht belasten. Kundinnen und Kunden sollten beim Betreten einer Filiale nicht den Eindruck bekommen, vollständig überwacht zu werden. Aus Meeths Sicht sollten Technologien und Hilfsmittel deshalb möglichst diskret eingesetzt werden. Der passende Ansatz sei ein gut vernetztes Team, das jederzeit miteinander sprechen und Unterstützung anfordern kann – „auf ganz diskrete Art und Weise“.