Der Einsatz von künstlicher Intelligenz verändert den stationären Handel im DACH-Raum bereits spürbar. Das geht aus dem Bericht „In-Store Intelligence: Die Rolle von KI im (Einzel)handel“ hervor, für den der Telekommunikationsanbieter nach eigenen Angaben 100 Entscheidungsträger im Einzelhandel sowie 501 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat.
Demnach halten 85 % der befragten Händler KI zentral für die Zukunft des stationären Handels. Gleichzeitig setzen 21 % KI bereits ein, während 73 % eine Implementierung planen – mehrheitlich innerhalb der nächsten zwölf Monate. Dabei wird KI vor allem dort als wirksam beschrieben, wo sie Mitarbeitende im Store direkt unterstützt: „Aus meiner Sicht erwarten Kundinnen und Kunden im stationären Handel heute vor allem zwei Dinge: Effizienz und persönliche Nähe“, sagt Marcel Pitz, Experte für KI und Integrationen bei Vocovo.
Auf Kundenseite zeigt der Bericht ein Spannungsfeld zwischen Effizienz und Vertrauen: Fast die Hälfte der Verbraucher sorgt sich um Datenspeicherung und -weitergabe durch Händler. Pitz betont, Akzeptanz entstehe nur, wenn nachvollziehbar ist, „welche Daten genutzt werden“ und „dass die Kontrolle beim Händler bleibt“. Zudem bevorzugen 43 % ein Einkaufserlebnis ohne direkte Interaktion mit Mitarbeitenden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Sicherheit: 22 % der Händler nutzen KI laut Report bereits zur Diebstahlprävention, weitere planen den Einsatz kurzfristig. Zugleich berichten 49 % der Händler, dass Mitarbeitende in den vergangenen zwölf Monaten aufgrund verbaler oder körperlicher Gewalt durch Kunden gekündigt hätten. Vocovo-CEO Beth Worrall ordnet ein: „Technologie muss mit einem klaren menschlichen Ziel eingesetzt werden, wenn sie nachhaltige Wirkung und einen Mehrwert schaffen soll.“