Am 1. Juli wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über die Onygo Retail GmbH durch das Amtsgericht Hamburg eröffnet. Beantragt wurde die Eröffnung am 22. April 2025. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Michael W. Kuleisa von der Hamburger Kanzlei Schwemer Titz & Tötter ernannt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 25. August anmelden, der Prüfungstermin ist auf den 24. September angesetzt.
Danach soll es, wenn es nach Geschäftsführer Frank Revermann geht, mit Onygo weitergehen. Der Sachwalter Michael Kuleisa bestätigte gegenüber schuhkurier die zunächst von der Textilwirtschaft veröffentlichte Meldung, nach der das Unternehmen durch einen Insolvenzplan saniert werden soll. Der Plan sieht vor, dass zehn der aktuell 23 Geschäfte und rund 100 der 150 Arbeitsplätze nach der Sanierung bestehen bleiben können. Details dazu, welche Filialen bestehen bleiben, könnten noch nicht verraten werden. Es zeichne sich jedoch ab, dass die Vermieter kompromissbereit sind. Am 11. Juli zeigte Onygo Masseunzulänglichkeit an. Diese habe jedoch keine Auswirkungen auf den Insolvenzplan sowie den beabsichtigten Unternehmenserhalt, so der Sachwalter gegenüber schuhkurier. Es sei unverändert der Anspruch und die Aufgabe, die Rechte aller Gläubiger zu wahren. Zudem fühlt sich das Unternehmen trotz der erforderlichen Maßnahmen gegenüber den Mitarbeitenden verpflichtet. Es sei weiterhin das primäre Ziel, so viele Arbeitsplätze und Standorte wie möglich zu erhalten. Dieses Ergebnis sei vor allem von der Bereitschaft der Vermieter abhängig, Mietkonditionen zu verhandeln, die an die sich im Wandel befindliche Marktsituation angepasst sind.
Frank Revermann übernahm Onygo als Inhaber und Geschäftsführer von Deichmann. Deichmann kündigte im Oktober 2023 an, den Filialisten mit zu dem Zeitpunkt 28 Filialen bis zum 31. August 2024 schließen zu wollen. Der Essener Filialist erklärte, „dass unser auf eine junge modische Kundin ausgerichtetes Geschäftsmodell leider langfristig nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.“ Der ehemalige Görtz-CEO Revermann übernahm das Konzept im März und gründete die Onygo Retail GmbH, die wiederum etwas über ein Jahr später die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragte.