Temu und Shein sind weiterhin auf dem Vormarsch: Auch in Deutschland halten die vielfach diskutierten Marktplätze Einzug und nehmen immer größere Bedeutung ein. Laut Schätzungen des BTE Handelsverbands Textil Schuhe Lederwaren beläuft sich etwa die Zahl der dort im vergangenen Jahr gekauften Modeartikel und Schuhe auf ungefähr eine Milliarde Produkte. Diese Zahl geht aus der vorläufigen Außenhandelsstatistik hervor. Laut dieser sei die Inlandsmenge, die sich aus der Differenz des Exports vom Import ergibt, im Bereich Bekleidung und Schuhe im Vergleich zum Vorjahr dramatisch gesunken. „Dies ist für den BTE nur mit einer hohen Zahl von Direktimporten der Verbraucher aus Asien erklärbar, die nicht in der Außenhandelsstatistik berücksichtigt werden.“
Im Vorjahr lag das amtlich ermittelte Inlandsangebot bei 3,51 Mio. Bekleidungsartikeln und 266 Mio. Paar Schuhen. Im Jahr davor waren es noch 4,46 Mio. Bekleidungsartikel und 413 Mio. Paar Schuhe. Rein statistisch sei das Angebot für die Verbraucher innerhalb dieses Jahres um 1,09 Mio. Artikel und damit um 22,4% gefallen, so der BTE. Der Handelsverband erklärt, dass die Zahl der gekauften Bekleidungsstücke gemäß repräsentativem Consumer Panel Services des Gfk allerdings nur leicht unter dem Wert von 2022 lag. Dies könne zwar auch über die Auflösung vorher aufgebauter Lager entstanden sein, realistisch sei dies in diesem Ausmaß jedoch nicht. Vielmehr gehe man davon aus, dass es sich hierbei um Direkt-Importe bei stark expandierenden Anbietern wie Shein und Temu handle, die nicht in die Außenhandelsstatistik einfließen. Diese Vermutung wird dadurch bekräftigt, dass beide Unternehmen täglich rund 400.000 Pakete nach Deutschland schicken sollen.
Da diese überbordenden Importe aus Fernost oftmals unkontrolliert sind, oftmals nicht den EU-Vorgaben entsprechend und mitunter sogar gesundheitsgefährdend sind, ruft der BTE gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) zur Aktion auf. Auf europäischer Ebene müsse sich hier gemeinsam für eine wirksamere Kontrolle der Importe aus Drittstaaten eingesetzt werden, um nicht nur Kunden zu schützen, sondern auch einen fairen Wettbewerb innerhalb der EU zu gewährleisten.