Was nimmt im Arbeitsalltag mehr Zeit ein als Sie vorher erwarteten?
Das Social Media-Thema nimmt doch mehr Zeit ein. Ich dachte, das eine Bild am Tag posten, das kriegt man nebenbei hin. Aber es ist doch immer mehr geworden. Ich versuche, so zu planen, dass man jeden Tag etwas auf meinem Account sehen kann. Außerdem kommen über Instagram viele Anfragen, die ich auch immer zeitnah beantworten will. Da bin ich im Schnitt bestimmt eine Stunde am Tag mit beschäftigt. Auch der Einkauf: Ich verbringe ungefähr jeden zweiten Abend zuhause damit, neue Ware nachzubestellen oder mich inspirieren zu lassen, was ich Neues mit ins Sortiment nehmen könnte. Da dachte ich im Vorfeld auch, dass man nur in den Orderzeiträumen zweimal im Jahr damit beschäftigt ist. Generell ist die Arbeitszeit in der Selbstständigkeit natürlich nicht mit der bei der Bank zu vergleichen. Da hatte ich nach acht Stunden Feierabend, jetzt bin ich rund um die Uhr mit dem Store beschäftigt.
Was ist für Sie anstrengender? Acht Stunden in der Bank zu arbeiten, oder sich permanent mit dem Laden zu beschäftigen?
Eigentlich war die Arbeit früher stressiger, weil ich da umsetzen musste, was ich vorgesetzt bekommen habe. Egal, ob ich dahinterstand oder nicht. Jetzt möchte ich meinen Laden immer voranbringen und habe Spaß daran, mir zu überlegen, welche Produkte ich ins Sortiment nehme. Trotzdem hat man weniger Freizeit und ich habe festgestellt, dass ich darauf achten muss, mir Zeit freizuhalten, vor allem für die Familie. Deswegen habe ich mir vorgenommen, den Sonntag als Ruhetag einzurichten, an dem ich das Arbeitshandy beiseite lege und mich nicht mit dem Laden beschäftige.
Was gibt es noch, wo Sie noch etwas lernen können?
Ich muss lernen, Arbeit abzugeben. Meine drei Mitarbeitenden machen die Arbeit großartig und agieren schon sehr selbstständig. Deswegen darf ich mich ruhig beispielsweise aus der Beratung auch mal zurückziehen und meine Mitarbeiter machen lassen, damit ich mich auf andere Aufgaben konzentrieren kann. Ich muss nicht jeden Luftballon selbst aufpusten oder jeden Schuh auspacken und einsortieren. Ab jetzt habe ich wunderbare Unterstützung. Darüber freue ich mich sehr. Aber das ist ein Prozess, bei dem ich auf jeden Fall noch lernen darf.