Die Geschäftsführung von Soex hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen spezialisiert sich auf Textilrecycling und Kreislaufwirtschaft. Das Gericht folgte dem Antrag und bestellte Rechtsanwalt Dr. Matthias Wolgast von der Münzel & Böhm Partnerschaftsgesellschaft mbB als vorläufigen Sachwalter. Oliver Dankert und Harald Ick von der Sozietät Görg erweitern daraufhin die Geschäftsführung als Chief Insolvency Officer (CIO). Der Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt. Löhne und Gehälter seien bis einschließlich November 2024 abgesichert.
Der Antrag wurde gestellt, da traditionelle Märkte in Osteuropa weggebrochen seien, während Wettbewerber aus Asien die Märkte mit ihren Überkapazitäten unter Druck setzten. Dies habe kurzfristig zu außergewöhnlichen Ertrags- und Liquiditätseinbußen geführt. Oliver Dankert erläutert, wie das Unternehmen saniert werden soll: „Die Belegschaft ist darüber informiert, dass wir das Zukunftskonzept von Soex mit einem neuen Investor forcieren wollen. Dazu setzen wir gerade einen geordneten M&A Kaufprozess auf.“ Soex-Geschäftsführer Fred Ponath ergänzt: „Auf anstehende gesetzlichen Entwicklungen, wie die geplante erweiterte Herstellerverantwortung in der EU oder die Einführung getrennter Textilsammlungen ab 2025, sind wir mit unserem Zukunftskonzept gut vorbereitet. Sie bieten Soex eine Chance für weiteres Wachstum im Bereich des nachhaltigen Textilrecyclings.“
In den abgelaufenen Geschäftsjahren erwirtschaftete die Unternehmensgruppe mit knapp 460 Mitarbeitenden in Deutschland und einem Tochterunternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten laut eigener Aussage einen Jahresumsatz von rund 60 Mio. Euro. Die Soex Processing Middle East ist von dem Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen. Für sie wurde kein Insolvenzantrag gestellt.