Krieg und Krisen drücken weiterhin auf die Stimmung und Zukunftserwartungen der Menschen, heißt es im Vermögensbarometer 2022 des Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Steigende Preise durch Inflation und Energiekrise, Lieferengpässe und der weiterhin andauernde Krieg seien in der finanziellen Stimmung deutlich zu spüren. So schätzen laut DSGV nur noch 38% der Befragten ihre finanzielle Situation als sehr gut oder gut ein. Im Vorjahr 2021 waren es noch 43%. Damit würde die finanzielle Zufriedenheit erstmalig seit 2016 negativ verlaufen.
Auch die Zukunftserwartungen würden niedriger ausfallen: fast ein Drittel aller Befragten (31%) erwarten in den kommenden Jahren eine Verschlechterung der eigenen Finanzsituation. Im Vergleich: Während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 lag der Wert bei 32%.
Niedrige Einkommen schränken Ausgaben ein
Vor allem Personen in niedrigverdienenden Haushalten würden unter den Folgen der Krisen leiden. So bewerten rund 60% der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro ihre finanzielle Lage als eher schlecht bzw. schlecht ein. Zwei von drei Haushalten haben ihre Ausgaben dementsprechend eingeschränkt. Auch bei den Nettoeinkünften zwischen 1.000 und 1.500 Euro wird die finanzielle Situation zu 44% als schlecht bewertet. Nur wenig besser sieht die Situation in der von der DSGV definierten Mittelschicht aus. Sowohl bei den Haushaltsnettoeinkommen von 2.000 bis 3.000 Euro als auch im Bereich zwischen 3.000 bis 4.000 Euro gibt mehr als jeder zweite (56%) weniger Geld für Konsum aus.
Insgesamt haben 57% der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten ihren Konsum eingeschränkt. Das entspricht einem Anstieg von 15% im Vergleich zum Vorjahr. Zukünftig wollen sich 46% der Menschen über die bisherigen Maßnahmen hinaus einschränken.