Dass sich der stationärer Handel und der „Everywhere Commerce“ nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll ergänzen, zeigt die Vente-Privee-Studie (TNS Sofres, März 2014). Vier von zehn Käufern, die eine Marke online gekauft haben, haben diese danach im Fachhandel nachgefragt. Außerdem lassen sich laut Studie Unterschiede in den Produktkategorien feststellen, die online und offline gekauft werden. Während im Handel oft schlichtere Modelle und höher-preisig eingekauft werden, verkauft sich online eine größere Bandbreite an Stilen. „Im Einzelhandel findet die Beratung und der gezielte Kauf statt, der eher preissensiblere Impulskauf online. Diese beiden Kaufgewohnheiten gilt es zu bedienen. Dann ergänzen sich On- und Offline Handel erfolgreich und bieten zusätzliche Umsatzpotenziale anstatt sich zu kannibalisieren“, sagt Deutschland-Chef von Vente-Privee Alain Moreaux.
Laut Vente-Privee-Studie sind die deutschen Mitglieder des E-Commerce-Spezialisten Vente-Privee vor allem an lokalen Schuhmarken interessiert, „weil sie den Komfort und die Qualität schätzen“. Im Vergleich zu den Mitgliedern in den anderen europäischen Ländern geben sie im Durchschnitt auch mehr pro Paar aus: 42 Euro stehen hier 38 Euro gegenüber, und über das Jahr geben Deutsche im Schnitt sogar ein drittel mehr Budget für Schuhe aus.
Den Grund, weshalb Kunden Schuhe immer öfter online Kaufen, sieht Moreux in der Auswahl der Marken. Galten deutsche Käufer im Schuhsektor bislang eher nicht als markenaffin, sind sie jetzt auf der Suche nach einer Auswahl und Varietät an Marken und das möglichst innerhalb kurzer Zeit. Ein weiterer Grund liegt im veränderten Einkaufsverhalten. Nicht nur im Schuhsektor nimmt der Anteil des Online-Handels zu. Das Einkaufsverhalten der Konsumenten hat sich in Richtung Online- und Mobile-Commerce entwickelt. Fast 40% des Vente-Privee Absatzes werde über die mobilen Applikationen generiert. Wer diese Kanäle vernachlässigt, verpasse Zielgruppen und Umsatzpotenziale. Bei Vente-Privee sind 38% der männlichen Käufer mobile Käufer, und 48% der unter 40-Jährigen kaufen nur noch über Smartphone, Tablet und Co.