Mit Terracare hat Heinen Leder eine Marke entwickelt, die für vorbildlich hergestelltes Leder stehen soll. Die Tierhäute, die dafür verarbeitet werden, stammen zu 95% aus Deutschland, die restlichen 5% aus Europa. Für die Gerbung werden nur zertifizierte Hilfsstoffe eingesetzt. Aber: Gegerbt wird mit Chromsalzen. Auf pflanzliche Gerbung wurde bislang verzichtet, weil diese laut Heinen Leder bislang nur mit dem Einsatz von Aldehyd möglich war. Mit diesem hochgiftigen Stoff werde vorgegerbt, um später pflanzlich, etwa auf Basis von Oliven, nachzugerben. Mit Aldehyd habe man nicht arbeiten wollen und daher vorwiegend mit Chrom gegerbt, erklärt das Wegberger Unternehmen. Pflanzliche Gerbung kam hingegen nur zum Einsatz, wenn Kunden dies explizit wünschten.
Jetzt aber gibt es eine neue Möglichkeit: Das Nera-Tanning-Verfahren basiert auf dem natürlich vorkommenden Kristall Zeolith und ermöglicht nicht nur die pflanzliche Gerbung, sondern auch die Kompostierbarkeit des Leders. Bei Nera Tanning wird mit Zeolith vor- und danach pflanzlich nachgegerbt. Das so entstehende Produkt ist daher nicht nur aldehydfrei, sondern auch bisphenolarm. Es ist bedingt wasserabweisend, jedoch, so räumt es das Unternehmen ein, nicht so stark wie chromgegerbtes Leder.
„Die Nachfrage nach chromfrei gegerbtem Leder steigt. Dank Nera Tanning können wir nun bedenkenlos pflanzlich nachgerben und somit unser Terracare-Portfolio erweitern“, erklärt Thomas Heinen, Geschäftsführer von Heinen Leder. Sein Unternehmen wolle nun vorneweg gehen und den Trend anschieben. Die ersten Kundenbestellungen für Terracare CF seien bereits eingegangen. Zwischen 10 und 15% Preisaufschlag ergeben sich für die kompostierbare Variante von Terracare. Das liegt vorwiegend am Gerbstoff, der für das Material verwendet wird.
Auf der Lineapelle in Mailand im Herbst 2024 wurde das neue Mateiral erstmals präsentiert. Sorge bereitete Thomas Heinen die verhaltene Stimmung im Markt: „Ich hoffe, dass es bald wieder aufwärts geht. Man hört nur noch schlechte Nachrichten. Das sind keine guten Bedingungen.“