Das Manager Magazin berichtete am 12. Juni 2026 unter anderem von Steuerschulden des Unternehmens in Millionenhöhe bei der nordrhein-westfälischen Finanzbehörde sowie von Kreditkündigungen durch mehrere Banken. In dem Bericht dementieren Anwälte der TPG allerdings, dass es Steuerschulden beim Land NRW gebe.
Wie das Manager Magazin weiter mitteilt, haben offenbar mehrere Banken in den zurückliegenden Monaten Darlehen an das Unternehmen außerordentlich aufgekündigt. Als Gründe würden fehlende Rückzahlungen genannt; es soll insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag gehen. TPG hat laut dem Wirtschaftsmedium indes erklärt, es gebe mehr als 48 Bankverbindungen im In- und Ausland und deren Zahl sei im vergangenen Jahr nochmals gestiegen. Fälle, die konkret die LBBW und die Sparkasse Essen betreffen, soll die TPG laut dem Manager Magazin indirekt bestätigt, aber auch angegeben haben, dass Rückführungsregelungen für die von den Banken geforderten Beträge vereinbart worden seien.
Der Artikel erwähnt weitere Fälle, in denen Banken dem Unternehmen gewährte Kredite zurückforderten. Dabei soll es in einem Fall auch zu einer Strafanzeige gekommen sein: Im Raum steht Urkundenfälschung, weil Geschäftsführer einer Tochterfirma einen Eintrag als gesamtschuldnerische Mithafter angeblich unterzeichnet, von diesem Eintrag aber keine Kenntnis haben sollen. Betreffend diesen Fall erklärt ein Anwalt des TPG-CEO Dr. Dominik Benner, dieser sehe sich selbst als Opfer und begrüße entsprechende Ermittlungen.
Möglicherweise im Zusammenhang mit den Kreditkündigungen ist der Aktienkurs des E-Commerce-Unternehmens im ersten Juni-Drittel 2026 eingebrochen. Nach Kursen um 2,86 Euro zu Monatsbeginn fiel die Aktie zwischen dem 9. und 12. Juni auf ein Allzeittief von 1,50 Euro.
Die Umsätze des Unternehmens entwickeln sich unterdessen positiv. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 51% auf 243 Mio. Euro; das bereinigte EBITDA stieg um 37,1% auf 21,8 Mio. Euro zu. Auch die Ergebnisentwicklung verlief positiv: Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 37,1 % auf 21,8 Mio. Euro (Q1 2025: 15,9 Mio. Euro). Das Konzernergebnis lag mit 17,7 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 18,2 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie betrug 0,85 Euro (Q1 2025: 0,90 Euro).
In seinem Quartalsbericht kündigte das Unternehmen an, seine Strategie im weiteren Jahresverlauf anpassen zu wollen. So solle die Abhängigkeit von Logistikkosten verringert und der Zinsaufwand durch den aktiven Abbau von Bankverbindlichkeiten gesenkt werden. Die Verschuldungsquote werde künftig voraussichtlich deutlich sinken. Zugleich wolle man das Portfolio aktiver steuern und die Kosten weiter senken. Die für das laufende Geschäftsjahr geplanten Akquisitionen sollen auf fünf bis sechs reduziert werden.