Dabei wurden teils katastrophale Umwelt- und Arbeitsbedingungen thematisiert. Unter anderem sollen Gabor und Geox zu den Auftraggebern einer der besuchten Fabriken gehören. Die Sendung finden Sie hier
Nach der Ausstrahlung bezogen die Hersteller Stellung. Wie die Gabor Shoes AG erklärt, habe der Eindruck entstehen können, dass Gabor unter solchen Bedingungen produzieren würde. Doch die Bilder aus Gerbereien, in denen unzulässige und unzumutbare Arbeits- und Umweltbedingungen gezeigt wurden, sollen nicht von Gabor-Auftragnehmern stammen. Bei Gabor hätten „faire Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz einen hohen Stellenwert“, teilt das Unternehmen mit. Für die Zusammenarbeit mit seinen Zulieferbetrieben habe Gabor einen Code of Conduct entwickelt: Der Verhaltenskodex beinhalte konkrete Verhaltens- und Vorgehensweisen zu wichtigen Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsthemen und orientiere sich an den Standards der ILO Arbeits- und Sozialstandards. Er soll zudem angemessene Entlohnung und berufliche Förderung sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz regeln. Bereits seit mehr als zehn Jahren wende Gabor den Code of Conduct an und entwickele ihn regelmäßig weiter. Darüber hinaus seien täglich Mitarbeiter vor Ort, die die Einhaltung der Regelungen überprüfen. Um den gezeigten Bildern verantwortungsbewusst nachzugehen, fordert Gabor seine Lieferanten auf, aktuelle Nachweise über deren Unter-Auftragnehmer zu erbringen und dort umgehend Kontrollen durchzuführen. Diese zeitnah durchzuführenden Prüfungsmaßnahmen werden durch die Gabor- Mitarbeiter vor Ort überwacht. Der Beitrag ist für Gabor Anlass, Kontrollen und Prüfverfahren weiter zu intensivieren.
Geox weist Vorwürfe zurück
Laut Geox ist die Gerberei, in der unzulässige und unzumutbare Arbeits- und Umwelt- bedingungen gezeigt wurden, kein Lieferant von Geox und gehöre auch nicht zum Kreis der Zulieferer. Dabei betont das Unternehmen, dass die Schuhe, die in dem TV-Bericht zu sehen waren, nicht mit dem Leder produziert wurden, welches in der gezeigten Skywalk Shoe Industries & Arasababu Associates in Ranipet, Chennai, gegerbt wurde. „Entgegen dem Eindruck, der durch den Zusammenschnitt der TV-Reportage entstanden ist, stammen die Bilder, auf denen Geox-Produkte zu sehen sind, nicht aus der Gerberei, in der unzulässige und unzumutbare Arbeits- und Umweltbedingungen gezeigt wurden, sondern aus einer anderen Fabrik, die einige Kilometer entfernt liegt und in der Näharbeiten von einem Zulieferer einer unserer Lieferanten, der unseren Code of Conduct unterzeichnet hat, durchgeführt werden“, so der Hersteller im Wortlaut. Man verpflichte sich zur Einhaltung strenger Regeln in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltstandards, Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Auch die Qualitätskontrolle nehme man ernst: In 2014 habe Geox 1,2 Mio. Tests durchführen lassen, im laufenden Jahr werden es ebenso viele sein.