Der seit Oktober tätige neue Vorstand der deutschen Holding AG, Dr. Harald Zender, versucht seit seiner Bestellung, belastbare Informationen zum Verbleib der liquiden Mittel und zur Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der operativen chinesischen Tochtergesellschaften zu sammeln. Am 10. Februar fand im Zuge dessen offenbar ein Gespräch zwischen Zender und dem ehemaligen CEO, Qingyong Wu, statt. Über dessen Ergebnisse ist nichts bekannt. In den Shops sollen aktuell weiterhin Ultrasonic-Produkte verkauft werden, die Produktion am alten Standort soll in eingeschränktem Umfang weiterlaufen; zudem sollen an einem neuen Produktionsstandort Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur getätigt worden sein – gefertigt wird dort allerdings noch nicht.
Am 8. August 2014 hatte der Vorstand der Ultrasonic-Gruppe, Qingyong Wu, eine Rahmenkreditvereinbarung mit einem Volumen von USD 60 Mio. abgeschlossen und kurz danach die gesamte Kreditsumme in zwei Tranchen abgerufen. Anfang September 2014 informierte der COO der Ultrasonic AG, Minghong Wu, den Aufsichtsrat darüber, dass er sein Amt gesundheitsbedingt für sechs Monate ruhen lassen müsse.
Kurz danach wurde bekannt, dass Qingyong Wu und Minghong Wu nicht mehr auffindbar waren. Eine Kontaktaufnahme war nicht möglich. Bekannt wurde auch, dass ein Großteil der liquiden Mittel des Unternehmens – mit Ausnahme der deutschen Holding AG – transferiert worden war und daher nicht mehr zur Verfügung stand.
Eine Insolvenz konnte in der Folge noch abgewendet werden.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende nahm im September Kontakt zum Unternehmen auf und kündigte an, zurückkehren zu wollen und die Finanzmittel wiederzubeschaffen. Zum 27. Oktober bestellte der Aufsichtsrat der Ultrasonic AG Dr. Harald Zender zum neuen Vorstand. Seit September gehört Harald Wiebe dem Direktorium des Unternehmens an.
Die deutsche Holdinggesellschaft, die Ultrasonic AG, verfügte zum 31. Januar 2015 noch über liquide Mittel in Höhe von 382.024 Euro. Demgegenüber standen offene Forderungen in Höhe von 73.624 Euro. Derzeit befindet sich der Vorstand mit den kreditgebenden Banken in Verhandlungen, um die Inanspruchnahme der Ultrasonic AG als Garantiegeberin zu vermeiden. Diese hätte umgehend eine Insolvenz zur Folge.