Schleswig-Holstein/Hamburg
-17% bis -9%
Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete für den Dezember Temperaturen auf Rekordniveau. Rekordzahlen mussten auch die Schuhhändler im Norden verzeichnen – jedoch mit negativem Vorzeichen. „Leider war der Dezember mit Temperaturen bis zu 15 Grad Celcius viel zu warm, so dass ich das Vorjahresergebnis bei weitem nicht erreichen konnte. Unter den gegebenen Umständen muss ich mit meinem Jahresergebnis noch zufrieden sein“, erklärte ein Hamburger Händler gegenüber schuhkurier. Je näher das Weihnachtsfest rückte, umso geringer sei das Interesse der Kunden ausgefallen. „Das ist keine neue Entwicklung: Schuhe stehen im Dezember nicht im Fokus der Konsumenten.“ Die Abverkäufe von Stiefeletten mit Warmfutter blieben deutlich unter den Erwartungen und auch unter den Vorgaben aus dem Vorjahr. „Vor allem die ’langweiligen‘ Standardmodelle hatten es schwer“, so eine Befragte. Gute Ergebnisse erzielten dagegen Schnürhalbschuhe und Sneaker. In den Abteilungen für Herren und Kinder blieb es deutlich zu ruhig, hier machte sich das warme Wetter besonders bemerkbar.
Niedersachsen/Bremen
-20% bis -11%
„Dieser Dezember war ein Totalausfall!“ Dieser Aussage einer Händlerin aus dem südlichen Niedersachsen stimmten alle Befragte zu. Es ging viel zu wenig, um die Zahlen des Vorjahres auch nur annähernd zu erreichen. Verantwortlich sei zum einen das viel zu milde Wetter gewesen, auch hier waren sich die Schuhhändler einig. „Temperaturen von 16 Grad lösen bei den Kunden keine Kaufimpulse für Winterware aus“, so ein enttäuschter Händler. Auch Reduzierungen hätten kaum für mehr Nachfrage gesorgt. Vor diesem Hintergrund wurde als weiterer Grund für die seit Monaten anhaltende Durststrecke im modischen Handel eine generelle Kaufzurückhaltung ausgemacht. „Es ist eine Verunsicherung spürbar“, so ein Unternehmer aus Bremen. Die Kunden würden ihre Anschaffungen in der aktuellen Situation mit zahlreichen politischen Herausforderungen sehr genau abwägen. Zudem, so wurde außerdem kritisiert, fehlten die modischen Highlights in den Kollektionen vieler Anbieter. „Das muss 2016 anders werden“, hieß es.
Nordrhein-Westfalen
-11% bis -3%
Das milde Wetter im Dezember bremste viel zu lange die erwartete Nachfrage nach Winterware. Aber auch die bestenfalls durchschnittliche Frequenz machte den Händlern in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Dementsprechend lagen die meisten der befragten Händler kräftig im Minus. In den Damenabteilungen fehlte der rechte Schwung, auch wenn mit Stiefeln noch gute Umsätze erzielt werden konnte. Gefütterte Ware interessierte erst in den letzten Tagen, als es kälter und frostiger wurde. Bis dahin waren Stiefeletten in allen Variationen der Renner, gern in Veloursleder. Die Herrenumsätze blieben relativ schwach. Business-Schnürer brachten einige Umsätze. Ebenso waren Chelseaboots in Velours sowie ungefütterte Desertboots gefragt. In der Regel wollten es die Herren nicht zu warm gefüttert, aber mit Tex-Material. In den Kinderabteilungen wurde es mit zunehmender Kälte belebter. Verkauft wurden Stiefeletten mit Tex und vor allem Hausschuhe.
Hessen
-16% bis -11%
„Schon nach dem letzten Monat hatte ich gedacht: Es kann nicht mehr schlimmer werden. Leder wurde ich im Dezember eines besseren belehrt!“ Mit Enttäuschung reagierte nicht nur diese Händlerin aus Frankfurt auf die Umsatzentwicklung im Dezember. Vor allem in den ersten Wochen des Monats sei es viel zu warm gewesen, um erfolgreich H/W-Ware verkaufen zu können. Warmfutter-Ware stand wie Blei in den Regalen. „Eine Ausnahme war mal wieder Ugg. Hier ist die Nachfrage ungebrochen“, berichtete ein Händler aus der Rhein-Main-Region. Doch darüber hinaus sorgte die Frage nach Bestsellern nur für Fragezeichen bei den Händlern. Mit dem Gesamtjahr waren all jene zufrieden, die 2015 mit einer schwarzen Null abschließen konnten. Eine deutlich spürbare Verunsicherung herrscht jedoch mit Blick auf die kommenden Monate.
Rheinland-Pfalz/Saarland
-28% bis +2%
Große Diskrepanzen lagen zwischen den Umfrageaussagen der befragten Händler in Rheinland-Pfalz und an der Saar. Von ganz zufrieden bis zur höchsten Frustrationsstufe war alles vertreten. Für einige lief das Geschäft, trotz des fehlenden Winterwetters, besser als erwartet. Schnäppchenjäger und ein gutes Finale, stellenweise auch mit verkaufsoffenem Sonntag, sorgten für ein leichtes Plus bei den einen. Andere Händler sprachen gar von einem Totalausfall mit massivsten Einbrüchen in allen Segmenten. Zu dem milden Wetter kam auch noch die fehlende Kaufmotivation hinzu. Arg gebeutelt hat es so manchen Händler im Umfeld des FOC Zweibrücken. Gerade in dieser Konstellation der Direktgeschäfte wurde eine fehlende Fachhandelstreue seitens der Hersteller reklamiert.
Dort, wo das Geschäft einigermaßen lief, stand eindeutig der Preis im Vordergrund. So mancher hatte schon zu Monatsbeginn den Rotstift angesetzt, ein Großteil jedoch erst kurz vor den Feiertagen. Stiefeletten waren sehr gut nachgefragt, Langschaftstiefel brachten hier und da auch ihre Umsätze. Braun und Schwarz waren bei den Klassikern gefragt, Rottöne liefen recht gut im modischen Sektor. Die Herren reagierten sensibler auf die kurze Phase der sinken Temperaturen und griffen dann vermehrt zu leicht gefütterter Ware. Angeraute Materialien im Used Look und kontrastreichere Farbkombinationen von Schaft und Boden wurden recht gut angenommen. Auch Qutdoor-/Wanderschuhe brachten stabile Umsätze. In den Kinderabteilungen blieb es zum Leidwesen vieler durchweg zu ruhig.
Baden-Württemberg
-18% bis -7%
Die Händler aus Baden-Württemberg konnten in den letzten Dezembertagen nicht viel reißen, um das Jahr eventuell mit einem Pari abschließen zu können. Der Dezember schloss daher mit erwartetem, deutlichem Minus ab. Die Damen suchten weiter nach Stiefeletten, wobei die gesamte Angebotspalette dieser Produktgruppe anvisiert wurde. Gefragt waren neben Chelseaboots in Bordeaux, Braun und Blautönen auch Bykertypen. Allerdings wurde beim Kauf weitgehend auf Reduzierungen geachtet. Das Herrenschuhgeschäft verlief angesichts des milden, regnerischen Wetters sehr schwach. Der Fokus des Interesses lag auf Chelseas, Desertboots und Timberlandtypen. Kinderschuhe bekamen im letzten Monat des Jahres noch einmal einen kleinen Schub: Mit Stiefeln in Texmaterial und in allen Größen wurden ordentliche Ergebnisse erzielt.
Bayern
-11% bis -5%
In Bayern hatten es die Schuhfachhändler äußerst schwer. Die Umsätze lagen deutlich niedriger als erwartet. Grund für das schlechte Abschneiden im Dezember war das milde Wetter. Warmgefütterte Stiefel hatten bei den Damen stark nachgelassen, Funktionsware erging es nicht besser. Kaum erwähnenswert sind Langschaftstiefel. Ansonsten hatten die Vorliebe der Damen für klassische Stiefeletten mit leichtem Absatz. Allerdings wurde dabei sehr auf Reduzierungen geachtet. Die Herren entschieden sich meist für Halbschuhe mit wetterfesten Gummisohlen. Vereinzelt wurde auch nach Tex-Materialien gefragt. Desertboots und Chelseas in Braun, Cognac und Grau standen ebenfalls ganz oben auf der Liste. Bei den Kindern wurden viele Bedarfskäufe getätigt. Die meisten von ihnen entschieden sich für Sneaker und Stiefeletten.
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg
-20 % bis +17 %
Die Erwartungen der Schuhhändler erfüllten sich auch im letzten Monat des Jahres nicht und ihr Fazit lautete: "Insgesamt war es ein unbefriedigendes Jahr. Es ist alles gelaufen, – und die Talfahrt der vergangenen Monate setzte sich fort …". Gut beraten fühlten sich jene Händler, die vorsorglich weniger Herbst- und Winterware als in den Vorjahren geordert hatten.
Ein Händler meinte: “Die einzige Stütze sind die Damen“, denn auch einige elegante Pumps oder Sandaletten für die Sylvesterfeiern ließen sich verkaufen. Katastrophal sah es bei den Herren aus, sie kamen meist erst gar nicht ins Geschäft. Ebenso gab es in den Kinderabteilungen keine Bewegung.
Die verkaufsoffenen Sonntage im Dezember brachten nicht die erhofften Umsätze und es gab auch kein Weihnachtsgeschäft, ebenso blieben zwischen den Feiertagen die Geschäfte leer. Viele Kunden kamen und suchten nach Schnäppchen.
Berlin
-19% bis +20%
Nicht nur der Dezember blieb mit seinen Ergebnissen hinter den Erwartungen zurück, sondern auch das gesamte Jahr konnte nicht befriedigend abgeschlossen werden und das Jahresumsatzziel oftmals nur mit Mühe erreicht werden. Es gab weder ein gutes Vorweihnachtsgeschäft an den verkaufsoffenen Sonntagen, noch gab es zufriedenstellende Abverkäufe im Dezember für die befragten Einzelhändler. Erst in den letzten Dezembertagen zeigten die Kunden aufgrund der Reduzierungen ihr Interesse. Gefragt waren bei den Damen überwiegend reduzierte Ware, sportliche Winterstiefel und Stiefeletten mit einem Warmfutter während die Langschaftsstiefel im allgemeinen in den Regalen stehen blieben. Im Galanteriebereich tat sich ebenfalls fast nichts, währenddessen die Nachfrage nach Hausschuhen zunahm. Sowohl bei den Herren, als auch bei den Kindern wurden die Abverkäufe als zu geringfügig bezeichnet.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen
-32% bis +25%
Auch im Dezember konnte der Umsatzrückgang nicht aufgehalten werden und das Verkaufsgeschäft kam nicht richtig in Gang. Der Weihnachtsmonat mit den verkaufsoffenen Sonntagen hielt nicht das, was sich die Händler versprachen und das Jahresumsatzziel konnte nur selten erreicht werden. Es kamen zwar potentielle Käufer, doch die meisten wollten sich informieren, denn die reduzierte Ware lockte die Kundinnen an. Bei den Damen waren es hauptsächlich modische und elegante Warmfutterstiefel, vor allem mit Lammfell, die gefragt waren. Langschäfter fanden nicht so den rechten Anklang und die Standardware gehörte eher zu den Bedarfskäufen. Auch der Galanteriebereich spielte eine sehr untergeordnete Rolle.
Die Herren tätigten höchstens Bedarfseinkäufe, legten jedoch Wert auf Marke und Qualität. Bei den Kindern stagnierten die Abverkäufe, Hausschuhe wurden dagegen gern und viel gekauft.