Schleswig-Holstein +20% bis +30%
Die Zahlen zeigen es, der Juni war ein erfolgreicher Monat für die Schuhhändler Schleswig-Holsteins. Und er hat dafür gesorgt, dass das erste Halbjahr für viele der Befragten ein versöhnliches Ende nahm. Wermutstropfen gab es bei der Umfrage trotz der guten Zahlen in fast allen Geschäften dennoch. So verlief im überwiegenden Fall das Kinderschuhgeschäft enttäuschend. Ein weiterer Knackpunkt ist für die Schuhgeschäfte die Verlagerung des Preisgefüges. So wurde berichtet, dass zwar die Paarzahlabverkäufe gestiegen seien, der Durchschnittspreis dafür allerdings gesunken sei. Die positiven Aspekte des Berichtsmonats sollen nicht unterschlagen werden: Da wäre ganz weit vorne zu vermelden, dass – wenn auch erst zum Monatsende hin – die offene Ware endlich angesprungen ist. Besonders die Damen haben ihre Defizite aus den Vormonaten in diesem Bereich aufgeholt. Sandalen waren dabei stärker als Pantoletten nachgefragt, und das Ganze spielte sich in dem Farbspektrum zwischen Weiß, Naturtönen und Schwarz ab.
Hamburg +5% bis +15%
Die Hamburger Mischung bestand im Juni aus einem wechselhaften Wetterauftakt und einem starken Sommerauftritt zum Schluss. Dies hatte zur Folge, dass die meiste Zeit im Juni fast alles verkauft werden konnte, was das Angebot so hergab. Zum Ende zogen auf breiter Front Sandalen, Sandaletten, Pantoletten und Zehentrenner an. Ganz besonders galt dies in den Kinderabteilungen, die im Juni oft extrem gut abschnitten, wozu ebenfalls der Mix des Monats beitrug. Zunächst wurden noch sogenannte Übergangsschuhe, gerne geschnürte Modelle, verkauft, und dann setzte ein heftiger Bedarf an Sandalen ein. Nicht ganz so verhielt es sich in den Herrenabteilungen, denn für den Mann kam der Sommer zu plötzlich, als dass er den Bedarf schon realisieren konnte. Daher wurden an die Männer vorwiegend geschlossene sportliche Schuhe verkauft; das Geschäft mit offener Ware hat im Juni in diesem Bereich noch keinen Durchbruch erlebt.
Niedersachen / Bremen +6% bis +13%
Endlich einmal zufriedene Gesichter im Schuhhandel. Nach einer langen Durststrecke, die gefühlt schon ein Jahr anhielt, konnten endlich wieder Pluszahlen verbucht werden. Viele Händler freuten sich sogar über zweistellige Zuwächse. Trotzdem überwiegt weiterhin die Skepsis. „Der Juni war ein guter Monat. Das ist aber noch nicht ausreichend, um das seit Jahresbeginn aufgelaufene Minus aufzuholen“, so eine Händlerin aus dem südlichen Niedersachsen. Mit Blick auf das zweite Halbjahr sei sie nur verhalten optimistisch. Vor allem, da im Juni vieles über Reduzierungen gelaufen sei. „Der Handel schaufelt sich sein eigenes Grab“, hieß es zu frühzeitigen Pauschalreduzierungen. Besonders gefragt waren ab Monatsmitte offene Modelle. Vor allem flache Schuhe wurden gesucht. Positiv lief auch das Kinderschuhgeschäft, das ebenfalls von dem warmen Temperaturen profitieren konnte.
Nordrhein-Westfalen +5% bis +19%
Mit dem Juni kam endlich auch der Sommer nach Nordrhein-Westfalen. Die Temperaturen schnellten nach oben und damit auch die Besucherzahlen in den Schuhgeschäften. Die Stimmung unter den befragten Händlern war gut und die Umsätze erfuhren nach oben hin deutliche Ausschläge. Die Damen suchten in erster Linie nach Sandaletten und Pantoletten. Gerne in pastelligen Farbtönen, Nude, Taupe, Weiß und Beige. Für gute Umsätze sorgten aber auch Ballerinas und Pumps, wobei viele Kundinnen nach schlichten Modellen mit wenig Dekor Ausschau hielten. In den Herrenabteilungen standen Business-Schnürer und Zehentrenner gleichermaßen hoch im Kurs. Zu diesen gesellten sich Sandalen und Leinenschuhe. In puncto Farbe waren Braun- und Blautöne, neben Taupe und Grau die Gewinner. Bei den Kindern war viel los: Sandalen waren sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen gefragt. Hessen +2% bis 10% Der Sommeranfang bescherte dem Schuhhandel in Hessen eine hohe Nachfrage nach offenen Modellen. „An besonders heißen Tagen haben wir ausschließlich Sandalen verkauft. Die sind geradezu aus dem Laden geflogen“, so eine Händlerin aus Frankfurt. Weiterhin ein starkes Thema waren Sneaker. Hier standen vor allem die All-White-Sneaker im Fokus. Allenfalls Leinenschuhe von Converse, Superga und Toms konnten hier noch mithalten. Nach Monaten der Zurückhaltung trugen auch die Herren zur Umsatzentwicklung bei. ’Sneaker, Sneaker, Sneaker‘ lautete hier das Motto. Offenes ging nur wenig über die Ladentheke. In den Kinderabteilungen verlief das Geschäft, wenn, dann überwiegend mit Sandalen, in überschaubaren Bahnen.
Rheinland-Pfalz / Saarland -13% bis +4%
Erst mit dem aufkommenden Sommerwetter zur Monatsmitte zog die Nachfrage nach offener Ware entsprechend an. Selbst bei den tropischen Temperaturen zum Ende des Monats hin verbuchten die Geschäfte in den kühleren Morgenstunden und am Abend noch recht erfreuliche Umsätze mit hochsommerlichen Schuhen. Rabattaktionen wie ’20 Prozent auf alles‘, und das auch noch über den gesamten Monat hinweg, waren eher die Ausnahme. Differenzierte Angebotsaktionen waren hingegen die Regel und zeigten auch den gewünschten Erfolg. Flach, offen und leger, das waren die gefragtesten Eigenschaften. Dianetten und Sandalen mit feinen Riemchen gehörten zu den gefragtesten Artikeln bei den Damen. Auch schicke, anlassbezogene Schuhe gingen recht gut. Metalliceffekte und Glitzer stachen bei der Auswahl hervor. Blau wurde recht unterschiedlich bewertet, Weiß und Beigetöne hingegen lagen in der Gunst der Kundinnen ganz weit vorne. Schwarz/Weis-Optiken und Bunte Prints wurden ebenfalls recht gut nachgefragt. Bei den Herren waren es eindeutig die Sneakertypen, die für den Umsatz sorgten. Wobei Slip Ons gegenüber den geschnürten Varianten deutlich zulegten.
Baden Württemberg Pari bis +13%
Alles was mit Schnürhalbschuhen zu tun hatte, entpuppte sich im Juni bei den Damen als heiß begehrt. Sie mussten eine sportliche Ausprägung besitzen, gerne in hellen Farben wie Nude, Beige und Weiß. Die befragten Schuhfachhändler in Baden-Württemberg waren der einhelligen Meinung, dass das Interesse an Sommerware noch kommen werde. Bisher liefen Sandaletten mit leichtem Absatz und ohne ganz gut. Auch Ballerinas und Pumps sorgten für zufriedenstellende Umsätze. In den Herrenschuhabteilungen ging die Feuerwehr ab: Mit dem sommerlichen Hoch wurden vielerorts Bedarfskäufe getätigt. Vor allem leichte, sportive Freizeitsschuhe und Sneaker mit hellen Sohlen liefen wie geschnitten Brot. Auch Leinenschuhe mischten mit. Bei Kindern hatte sich das Augenmerk auf Sandaletten gelegt und zwar bei Jungen wie auch bei Mädchen.
Bayern -6% bis +5%
Der Juni fiel im Süden Deutschlands komplett ins Wasser. Temperaturen um 10 Grad und Dauerregen sorgten meist für leere Innenstädte. Wenn sich Kunden in die Schuhgeschäfte verirrten, suchten sie vordergründig nach Ware im Sale. Offene Ware blieb allerorten liegen, vor allem in ländlichen Gegenden liefen Modethemen wie Sandalen auf weißen Sohlen nur sehr langsam an. „Vielleicht sind wir damit einfach noch zu früh“, mutmaßte ein Händler aus Bayern. Themen, die gut ankamen waren Sneaker und klassische Espadrilles mit Canvas-Upper. Ansonsten blieb es eher ruhig in den Damenschuhabteilungen. Die Rettung vor einem erneuten Minus hätten vielen Händlern Bestsellermodelle wie Stan Smith oder Superstar von Adidas gebracht, aber viele Fachhändler werden mit diesen modischen Abräumern nicht beliefert. „Außer den richtigen Sneakermodellen läuft aktuell nicht viel“, betonte ein Schuhhändler. „Die Kunden wollen ein bestimmtes Modell und sind nicht bereit eine Alternative zu kaufen.“ Auch in den Herrenabteilungen ging vor allem sportive Ware. Kinderschuhe konnten im Juni kaum Kunden anlocken, auch da warten viele Eltern auf den lang ersehnten Sale.
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg -9% bis +33%
Der Juni bescherte nicht solch unterschiedliche Ergebnisse, wie die Bandbreite vermuten lässt. Das außergewöhnlich hohe Resultat wurde damit begründet, dass bereits hochwertige und modische Übergangsware verkauft wurde. In den ersten Wochen zeigten die Kundinnen noch reges Interesse, doch dann gab es Tage, an denen sich niemand mehr sehen ließ. Die modische Vielfalt interessierte fast keine Damen, sie griffen vor allem im sportiven sowie im bequemen Bereich zu, auch wenn vereinzelt elegante Pumps in Bordeaux oder Schwarz an erster Stelle standen. Die farbigen Freizeitschuhe sollten lässig, trendig und vor allem preiswert sein. Es wurde mehrfach Veloursimitat oder Textilmaterial bevorzugt. Andere suchten Mokassins oder Ballerinen in weiß oder beige, vorzugsweise mit Klettverschluss und herausnehmbarer Sohle, Sandaletten blieben stehen.
Berlin -15% bis +16%
So wie der Mai ausging, endete auch der Juni in Berlin. Ab Monatsmitte ging es wieder bergab. Es wurde über recht unterschiedliche Ergebnisse berichtet und es gab mancherorts die Befürchtung, die unbefriedigenden Resultate des ersten halben Jahres nicht mehr aufholen zu können. Besonders gern wurden bequeme Modelle im hochpreisigen Bereich anprobiert. Hierzu gehörten flache Slipper, geflochtene Schnürschuhe sowie Sling-Pumps. Als beliebteste Farben galten beige sowie ecru oder blau. Bei den Freizeitschuhen in unterschiedlichsten Farb- und Materialkombinationen wurden eher preiswerte Modelle gekauft, die sportlich cool sein sollten. Sommerstiefel, Sandaletten oder gar Pantoletten konnten sich selten behaupten. Weder aus den Herrenabteilungen noch aus dem Kinderbereich gab es erfreuliche Zahlen zu vermelden. Vereinzelt wurden luftige, helle Herrenschnürschuhe oder ausgesuchte Marken-Business-Modelle gekauft.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen -7% bis +30%
Im Allgemeinen vermeldeten in diesen Bundesländern die Schuhhändler nur ein kleines Plus an Umsatz, größere Pluszahlen waren die generelle Ausnahme. Bis Mitte des Monats liefen die Geschäfte recht gut, erst dann gab es mancherorts tiefe Einbrüche. Die massiven Rückstände konnten nicht aufgeholt werden und insgesamt war es nur mäßig zufriedenstellend, auch wenn einige sagen konnten: „Wir sind zufrieden.“ Gefragt waren bei den Damen vor allem flache Slipper und Schnürer in unterschiedlichen Materialien als auch in mehrfarbigen Kombinationen. Bevorzugt wurden helle sowie kräftige Farbtöne, dazu gehörten weiß, gelb und rot. Vereinzelt galten auch elegante Pumps mit einer Absatzhöhe um acht Zentimeter als Favoriten. Sommerstiefel, Sandaletten sowie modische Pantoletten blieben dagegen unbeachtet. Außerdem fanden Freizeitschuhe nicht so den Anklang, wie erwartet.