„Der Umsatz liegt damit allerdings immer noch knapp 1,5% unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019“, erklärt BTE-Geschäftsführer Axel Augustin. Trotzdem verzeichnete der Einzelhandelsumsatz mit Schuhen im vergangenen Jahr ein Wachstum von etwa 4%, was ungefähr 480 Mio. Euro entspricht.
Vor allem der stationäre Schuhhandel habe sich im letzten Jahr beweisen können. Nach den ersten Schätzungen des BTE seien diese um rund 8% gestiegen. Dennoch liegen auch diese Ergebnisse nach wie vor unter den Werten des Vor-Pandemie-Jahres. „Wir beobachten allerdings im gesamten Handel große Unterschiede je nach Standort oder Geschäftskonzept“, führt Augustin weiter aus. „Die Bandbreite reicht von Rekordumsätzen bis zu Geschäftsaufgaben bzw. Insolvenzen wegen der stark gestiegenen Kosten und zu großen Substanzverlusten während der erzwungenen Corona-Schließungen.“ Der Onlinehandel hatte dabei an Umsatz verloren. Dennoch sei dieser laut BTE aufgrund des Corona-Aufschwungs immer noch rund 40% über dem Wert von 2019. „Wir gehen davon aus, dass der Anteil des Versandhandels am gesamten Schuhmarkt im letzten Jahr bei knapp einem Viertel lag“, so Augustin.
So hätten rund 170 Schuhhändler, unter anderem aufgrund von Insolvenz oder fehlender Nachfolge, das Geschäft eingestellt. Damit würde die Zahl der aktiven stationären Schuhgeschäfte auf 2.600 sinken – von noch 4.640 zehn Jahre zuvor. Die größten Herausforderungen seien dabei die zunehmende Bürokratie sowie die gestiegenen Kosten. Auch die Konsumzurückhaltung würde die Stimmung zunehmend ausbremsen.
Für 2024 gehen deswegen die meisten befragten Schuhhändler mit gedämpften Erwartungen an das neue Jahr. Zwar erwarte immerhin ein gutes Viertel der Befragten ein nennenswertes Umsatzplus, ein weiteres Viertel geht allerdings eher von einem Pari aus, während der Rest sogar Verluste erwartet. „Wir müssen daher 2024 mit weiteren Geschäftsschließungen rechnen“, warnt Augustin vor.