Ein aktueller Bericht der US-Investmentbank Goldman Sachs vom 8. Juli bestätigt, was sich bisher offenbar im US-amerikanischen Handel zeigt: Trotz der Anfang April eingeführten Zollerhöhungen auf Konsumgüter sind spürbare Preissteigerungen bei Kleidung und Schuhen bislang ausgeblieben. Das berichtet das US-amerikanische Fachmedium Footwear News.
Insbesondere durch bereits verschiffte Waren, vorgelagerte Lagerbestände und eine fehlende Planbarkeit der Zölle werde die Weitergabe an die Verbraucher verzögert, heißt es in dem Bericht von Goldman Sachs, aus dem FN zitiert. Ein Folgebericht der Investmentbank vom 11. Juli ergänzt: Im Vergleich zum Handelskrieg 2018/19 habe die aktuelle Zollsituatiuon weit weniger Folgen für Verbraucher-Preise. Selbst wenn Zölle sofort wirksam würden, dauere es mitunter bis zu 1,5 Monate, bis sie in den Regalen ankämen.
Während Preise stabil bleiben, geben Konsumenten weiterhin kräftig Geld aus. So meldete das U.S. Census Bureau für Juni Einzelhandelsumsätze von 720,1 Mrd. US-Dollar (621 Mrd.Euro) – ein Plus von 0,6 % im Vergleich zum Mai Der Bereich Bekleidung und Accessoires verbuchte sogar +0,9 %, wobei für Schuhe Juni-Daten erst später folgen; Mai lag bei 3,21 Mrd. USD (2,77 Mrd. Euro).
Größere Händler können durch Lieferkettenmanagement und gezielte Promotions Preissprünge abfedern – kleinere Händler hingegen haben diese Spielräume nicht und müssen daher auf Dauer höhere Preise an ihre Kunden weitergeben müssten, heißt es weiter in dem Bericht.
Experten bleiben laut dem Artikel jedoch skeptisch. Obwohl US-Zölle zunächst nicht zu spürbaren Preiserhöhungen im Schuh- und Bekleidungssegment führten, könnten Lieferkettenreserven und Preisstabilität nur vorübergehend wirken. Insbesondere jüngere Marken und kleinere Händler könnten im Herbst Druck verspüren.