Vor genau 20 Jahren starteten Julia Schwab und Kathrin Greve das Unternehmen Fräulein Prusselise. Die beiden Freundinnen, die gemeinsam Modedesign studiert hatten, begannen mit einem außergewöhnlichen Konzept und nähten Kleidung aus Stoffen der 60er-Jahre. Mittlerweile setzt Fräulein Prusselise auf Kleidung, Socken und Geschenkartikel, im eigenen Schneideratelier in Trier können aber immer noch Einzelstücke aus Vintage-Material bestellt werden.
Aus dem ursprünglichen Retro-Ansatz entstammt auch noch der Name. Benannt ist die Marke nach der strengen Dame aus der 60er-Jahre-Pippi Langstrumpf-Verfilmung. „Der Name hat zu unserer Vorliebe zu Pippi Langstrumpf und zu dieser Ära gepasst“, erklärt Julia Schwab, auch wenn es viel Skepsis gab, wie Kathrin Greve hinzufügt: „Am Anfang haben uns viele gesagt: Das kann sich doch keiner merken, der Name ist viel zu kompliziert. Wir sind froh, dass wir es trotzdem gemacht haben und es funktioniert hat.“
Auch wenn heute noch vereinzelt Artikel stilistisch an die 60er-Jahre-Ästhetik angelehnt sind, ist das nicht mehr der Fokus. Es gibt farbenfrohe Kleidung für Kinder und Damen sowie Kinderrucksäcke und dekorative Geschenkartikel. Dazu gehören Haarklammern im Zitronen-, Erdbeeren- und Entendesign sowie Klebetattoos mit Tiermotiven. Rund die Hälfte des Umsatzes wird aber mit Socken generiert, die es von Größe 15 bis Größe 46 gibt. Die Socken werden dem Handel mit einer Marge von 2,3 bis 2,5 angeboten. Rund zwei Drittel des Sockenangebots sind NOS-Artikel, rund ein Drittel machen die zweimal jährlich erscheinenden Kollektionen aus. Während die NOS-Artikel auf Zeitlosigkeit ausgelegt sind, orientieren sich die Designerinnen mit den Kollektionen an den Farbtrends aus der Schuh- und Modebranche.
Gerade mit den Socken und Geschenkartikeln spricht Fräulein Prusselise eine Vielzahl an Handelskonzepten an, die die Artikel als dekorative Mitnahmeprodukte ins Sortiment aufnehmen. Dazu gehören Concept Stores, Geschenkeläden, Modegeschäfte und natürlich (Kinder-)Schuhläden. Sich hervorheben will man sich durch die Produktion in der EU und die Nutzung von Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Außerdem verschafft der Marke das gut ausgestattete B2B-Online-Angebot Aufwind, wie Kathrin Greve berichtet: „Wir waren mit die ersten, die so etwas aufgebaut haben. Und gerade in der Pandemie haben wir gemerkt, was für ein Vorteil das für uns war. Andere Anbieter mussten das erst nachholen, bei uns konnte schon alles online geordert werden. Deswegen war 2020 ein sehr starkes Jahr für uns.“
Auch das D2C-Angebot mit dem Online-Shop und einem kleinen Laden in Trier ist für die Marke wichtig, erklärt sie weiter: „So behalten wir immer im Blick, was gerade gut ankommt.“ Die aktuell beliebtesten Sockenmotive zeigen, wie sehr sich schon die Lust auf den Frühling breitmacht. Neben den Herzmotiven, die vor dem Valentinstag natürlich gefragt waren, verkaufen sich gerade Naturmotive besonders gut. „Die Leute haben Lust auf Bienen, Wolken und Regenbögen“, weiß Julia Schwab.