Nach Angaben des vietnamesischen Finanzministeriums belief sich das Exportvolumen auf 611 Mio. USD – ein Rückgang um 27,3 % gegenüber 840 Mio. USD im August. Dies ist nach der Einführung von Zöllen durch die US-Regierung der stärkste Rückgang aller Sektoren, wie aus am Montag veröffentlichten Zolldaten hervorgeht. Grund sind neue US-Zölle, die seit August gelten und die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts schwächen.
Vietnam gilt seit dem Rückzug vieler Schuhhersteller aus China als wichtigster Produktionsstandort für Sportschuhe. Nike fertigt dort rund 50 Prozent, Adidas etwa 40 % seiner weltweiten Schuhproduktion. Die nun erhöhten US-Zölle verteuern den Export deutlich. Ein vorläufiges Handelsabkommen zwischen den USA und Vietnam sieht seit Juli einen wechselseitigen Zollsatz von 20 % vor, der zusätzlich zu bestehenden Abgaben erhoben wird. Die finalen Bedingungen befinden sich laut Branchenkreisen noch in Verhandlung.
On Holding-CEO Martin Hoffmann sprach im August von einem effektiven Zollsatz von etwa 40 %, zeigte sich jedoch gelassen: Die Premium-Marke könne gestiegene Kosten teilweise über höhere Preise und margenstärkere Innovationen kompensieren. Die US-amerikanische Marke Allbirds dagegen senkte bereits im Mai ihre Bestellungen für Herbst 2025 und Frühjahr 2026, um Kostenrisiken zu begrenzen. Auch Crocs – 47 % der US-Ware stammt aus Vietnam – kündigte eine vorsichtige Planung für das zweite Halbjahr an.