Hüte, Tücher, Mode und eben auch Schuhe. Die Messe Fashn Rooms, die vom 27. bis 29. Juli im Areal Böhler in Düsseldorf stattfand, bot den gewohnten Mix. Doch wie wichtig sind die Modehändler für die Schuhhersteller die hier ein paar Wochen vor der Shoes schon einmal ausstellen? Markus Schmitz, Sales Manager von Gant Footwear, stellt fest, dass sowohl Schuhhäuser mehr Mode als auch Modehäuser mehr Schuhe anbieten: „Es beschäftigen sich mehr Modehäuser damit, auch Schuhe anzubieten. Es ist mit Schuhen als Zusatz- produkt sicherlich ein Umsatzanteil von 10 bis 20% möglich.“ Die Modehändler seien mutiger als die Schuhhändler, würden sich auf mehr Farben und ausgefallenere Designs konzentrieren. Aber auch darüber hinaus gucke zurzeit jeder Unternehmer, was außerhalb des Kerngeschäfts zu ihm passen könnte, erzählte Schmitz: „Ich hatte dieses Mal auch schon einen Feinkostladen und einen Hutladen am Messestand.“ Claudia Hoess, Designerin von Trippen, stellt regelmäßig auf der Fashn aus. Für die avantgardistische Marke waren Boutiquen schon immer die Hauptzielgruppe, so Hoess: „Für uns waren Modehäuser immer wichtiger, weil die Modehäuser, die Schuhe anbieten auch Überzeugungstäter sind. Sie verstehen unsere Modelle besser und sie lassen sich auch besser im Modehaus darstellen als im Schuhhaus, wo es eine Marke von vielen ist.“
Das fordert der Modehandel
Andrik Beckmann, Sales Representative bei Toms, engagiert sich zuletzt verstärkt um die Zusammenarbeit mit Modehäusern: „Wir haben natürlich noch nicht so ein großes Netzwerk aus Kontakten mit Modehändlern. Aber wir setzen seit zwei Jahren einen Schwerpunkt darauf. Wenn ich in einer Stadt bin und ein Modegeschäft sehe, zu dem wir passen, schaue ich da gern vorbei. Modehändler sind aufgeschlossener, experimentierfreudiger und oft gut gelaunt. Sie müssen aber auch individuell betreut werden und nicht mit zu großen Mengen abgeschreckt.“ Detlef Zimmermann, Vertrieb Deutschland für Gola, stellt klar: „Man muss auch modisch sein, um für Modehäuser interessant zu sein. Sie fragen nach viel Farbe nach und wollen die Farben, die sie mit der Kleidung zusammen kombinieren können.“ Er sehe, dass viele Modehäuser in Schuhen eine Möglichkeit sehen, um wachsen zu können. „Es ist auch nicht so, dass sie uns den Stand einrennen. Aber das Interesse ist bemerkbar.“