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D. Franklin kennt vielleicht nicht jeder, manch einer erinnert sich möglicherweise auch falsch daran, dass die Marke Dr. Franklin heißt. Bekannter ist da schon das Logo, die zwei breiten, schwarzen Balken, der obere sieht mit seiner Lücke aus wie ein umgefallenes i, der untere ist durchgezogen. Es schmückt vor allem viele modische Sonnenbrillen. Das ist wofür die Marke vor allem steht.
Eine Brille zum Schuh?
In der Zentrale im spanischen Alicante sieht man sich jedoch nicht nur als Brillenhersteller. Die 2014 gegründete Marke will Mode von Kopf bis Fuß bieten, was schon immer Strategie der Marke war, wie José Miguel Asensio, B2B-Global Head of Sales, erzählt: „Das erste Produkt von D. Franklin war ein T-Shirt.“ D. Franklin hat als Ziel, einen Stil zu finden, der die ganze Kollektion von Schuhen über Mode, Accessoires und Brillen prägt und bei dem viele Teile zu einem passenden Outfit kombiniert werden können. Wer sich einen schwarzen Canvas-Schuh auf der Website anschaut, dem wird direkt eine passende Brille mit rundem Rahmen und pinkem Glas vorgeschlagen. Wer sich den Hoodie in Braun anschaut, bekommt die Jogginghose in der gleichen Farbe und Mesh-Sneaker in Beige mit angezeigt. Dabei versucht die Marke die aktuellen Trends zu besetzen, um den Zeitgeist zu treffen, diesen aber mit einer eigenen Persönlichkeit neu zu interpretieren. „Wir wollen unsere Kunden überraschen“, so Asensio: „Wir bauen unser Logo auf immer neue Arten in das Design ein oder mischen Farben, die selten zusammen genutzt werden. Im Frühjahr/Sommer 2024 werden wir Elemente in Orange, Limette und Lila kombinieren“, kündigt Asensio an. Für den kommenden Sommer wurden dabei einige Trends beobachtet, die auch in der kommenden Kollektion berücksichtigt werden. Unter anderem den sogenannten Old Money-Trend, bei dem es darum geht, seinen Luxus durch Understatement auszudrücken, führt er weiter aus: „Beim Old Money-Trend geht es um einen förmlichen, aber subtilen Stil mit viel schwarz, weiß und beige. Es gibt aber auch leuchtende Farben im Strandstyle und eine Rückkehr des Stils der frühen 2000er, für die wir Schuhe mit Metallic-Elementen und Animal-Prints herausbringen.“
Foto: D. Franklin
Foto: D. Franklin
Foto: D. Franklin
Verspielt und stationär präsent?
Die Zielgruppe sind markenbewusste 25- bis 45-Jährige: Menschen, die Lust haben, sich Outfits aus den Produkten einer Marke zusammenzustellen und eine Markenidentität aufzubauen. Wichtig dafür ist eine starke Social Media-Präsenz. Ein verspieltes Kampagnenvideo spielt mit dem Mysterium, dass niemand weiß, wofür das D steht, und viele denken, es stehe für Doktor. „Alles zu wissen, ist überbewertet“, heißt es in dem Spot, der lediglich aufzählt, wofür es nicht steht und dabei naheliegende Optionen wie Dänemark, Donut und Dinosaurier miteinbezieht. Der Running Gag findet sich auch in den Designs wieder. Viele Motive auf den Kleidungsstücken und Accessoires ziert der Schriftzug „D is not for Doctor“. Mehr und mehr ist jedoch deutlich geworden, dass eine Marke auch physisch präsent sein muss, um relevant zu sein. „Die Kunden erwarten, uns im physischen Laden zu finden. Deswegen haben wir eine international expandierende Strategie gestartet, in Brick-and-Mortar-Locations präsent zu sein“, erzählt Asensio. D. Franklin suche sich die Fachhändler dabei bewusst danach aus, ob sie mit der Auswahl an Brands und Innovationen zur Atmosphäre passten, die D. Franklin ausstrahlen will. In Deutschland läuft der Vertrieb dabei über die Agentur Octopus Agency. Insgesamt ist die Marke in 60 Ländern aktiv, die wichtigsten Märkte für Schuhe sind dabei Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Griechenland und Kroatien. Hergestellt werden die Produkte in verschiedenen Ländern in Europa und Asien. Um faire Arbeitsbedingungen in den auf der Welt verstreuten Produktionsstätten sicherzustellen, setzt D. Franklin auf die Smeta-Verifizierung. Diese Prüfung bewertet, wie gut die Produktionsstätten gewisse Arbeitsstandards einhält. D. Franklin dränge die Partner-Stätten zur Erfüllung dieser Smeta-Standards, erklärt Asensio: „All unsere Produzenten müssen danach streben, die Kriterien des Smeta-Zertifikates für Arbeitsbedingungen und Umweltstandards zu erfüllen.“ Die Sandalen- und Canvas-Sneaker-Kollektion werden zudem in Alicante, dem Zentrum der spanischen Schuhindustrie, gefertigt. Modeartikel teilweise auch in Großbritannien.