Wachstumstreiber waren die erweiterte Damentaschen-Kollektion und der Ausbau der Direktvertriebskanäle, insbesondere des Online-Shops, teilt das Unternehmen mit. Auch im klassischen Fachhandel habe das Familienunternehmen neue Partner gewinnen und bestehende Kooperationen festigen können.
Für 2026 plant Braun Büffel nach eigenen Angaben eine Konsolidierungsphase mit moderatem Wachstum. Im Fokus stehe die Vertiefung der Handelspartnerschaften und die Internationalisierung des Direct-to-Consumer-Geschäfts.
„Wir wollen den Fachhandel weiter einbinden und ihn stärken“, sagt Geschäftsführerin Christiane Brunk. „Die Digitalstrategie ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung, um die Markensichtbarkeit zu steigern und neue Produktkategorien zu testen. Im Online-Shop gibt es daher auch Produkte, die stationär nicht erhältlich sind. So erreichen wir eine jüngere, digitale Zielgruppe und stärken zugleich den Fachhandel.“
Über den Fachhandel erzielt Braun Büffel 62 Prozent des Gesamtumsatzes. Das Plus beträgt 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Unsere Umsatzentwicklung im Fachhandel trotzt dem Branchentrend und wächst im Vergleich zum Vorjahr einerseits durch Marktbereinigung aber vor allem durch den Ausbau unserer Damentaschen-Kollektionen “, erklärt Christiane Brunk.
Der Direktvertrieb – Online-Shop und eigene Stores – macht inzwischen 38 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der Online-Umsatz stieg um 30 Prozent, was insbesondere auf den Relaunch des Shops im Sommer 2024 und die D2C-Strategie zurückzuführen ist. Diese Maßnahmen hätten die Ansprache der Kunden verbessert und die Conversion spürbar gesteigert. Auch die eigenen Stores verzeichneten ein Umsatzplus von 10,5 Prozent.
Braun Büffel erweiterte das Portfolio 2025 um Reiseartikel, Herren-Casual, Schmuckkästchen und Geschenkverpackungen für das Premium-Segment. Besonders hervor hebt das Unternehmen die Präsentation der in Kirn und Offenbach gefertigten Damenkollektion Karoline.
Im Rahmen einer Influencer-Kampagne mit Gardeur wurden Lederwaren und Mode in Barcelona inszeniert, um eine modebewusste, digitale Zielgruppe zu erreichen. Die Partnerschaft mit SK Gaming habe die Tür zur Gaming-Community eröffnet. „Solche Kooperationen sind strategisch wichtig“, sagt Artur Wagner, Digitalchef bei Braun Büffel. „Qualität und Authentizität müssen dabei aber erkennbar bleiben. Alle Aktionen trugen zur Markenstärkung bei.“
Der Einsatz von KI habe Abläufe effizienter gestaltet und die Qualität von Produkttexten und Newslettern optimiert. „Menschliche Expertise bleibt entscheidend, KI unterstützt vor allem bei Routineaufgaben und der Optimierung der Ansprache unserer Kunden“, so Wagner. Die Maßnahmen führten zu längeren Verweildauern im Shop und verbesserten Umsätzen, ohne dass die Rolle des Fachhandels geschmälert werde.
Konsolidierung im Vordergrund
Für 2026 steht eine Konsolidierung im Vordergrund. „Nach starkem Wachstum folgt die Vertiefung“, sagt Salzmann. Das Sortiment werde gezielt um Lifestyle-Artikel und neue Materialkombinationen ergänzt, während die hochwertige Lederkompetenz der Marke unverändert im Mittelpunkt bleibt.
Kollaborationen sollen weiterhin neue Zielgruppen erschließen, nach dem Vorbild der SK-Gaming-Kooperation. Der Verkauf soll ausgewogen zwischen Fachhandel und Direktgeschäft bleiben, wobei international insbesondere der D2C-Kanal ausgebaut werde. In der Schweiz stieg der Online-Umsatz 2025 um 60 Prozent. Mittelfristig soll der D2C-Anteil 50 Prozent erreichen, ohne den Fachhandel zu verdrängen. „Wenn das Produkt stimmt, wird gekauft – online wie offline“, betont Christiane Brunk.
2026 werde das neue ERP-System vollständig integriert sein, sodass alle Prozesse – von der Produktion bis zum Vertrieb – digital abgebildet werden. „Das ist unsere größte Aufgabe“, erklärt Wagner. Anschließend werde ein B2B-Partnerportal starten, das Echtzeitdaten und Marketingmaterial für Händler bereitstellt.
Braun Büffel setzt auf „Slow Luxury“: wenige, hochwertige Stücke mit zeitlosem Design. Qualität statt schneller Trends, mit Fokus auf Langlebigkeit und Reparaturservice. „Nachhaltigkeit und Leder – das klingt wie ein Widerspruch. Für uns bedeutet Qualität zeitloses Design, präzises Handwerk und Verantwortung für Mensch und Natur“, erklärt Salzmann.
Branchenpräsenz und Netzwerke
Braun Büffel bleibt auf Messen präsent, unter anderem bei der ILM als klassische Fachhandelsmesse und dem neuen Branchenformat 069 Connect, bei dem Dialog, Networking und Inspiration im Vordergrund stehen sollen.
Ab 2026 wird das Unternehmen zudem Mitglied im Wirtschaftsrat der CDU, um sich auch in diesem Bereich aktiv in Gestaltung der Politik in Deutschland einzubringen. Christiane Brunk wird sich dabei im Beirat Familienunternehmen engagieren.