Unverhofft kommt oft. Georg Beer hat das schon einige Male erlebt. Ob bei seinem Schritt in die Einzelhandelsbranche oder neuen Marken: Hinter den Entscheidungen stand immer ein wenig auch der Zufall. Was nicht heißt, dass der Inhaber des Haushalts- und Lederwarengeschäfts keine konsequente Strategie verfolgt. Im Gegenteil.
Georg Beer gehört zu den Kindern, die das Geschäft ihrer Eltern ursprünglich nicht übernehmen wollten. „Ich war in der Baubranche tätig und hatte nicht vor in den Handel einzusteigen. Erst über einen Umbau bin ich sozusagen reingerutscht“, erklärt er seinen Werdegang. Das war 2001.
Rund 15 Jahre später übernahm er das Geschäft als Inhaber. Damit einher gingen richtungsweisende Entscheidungen. Bis dahin präsentierte sich Eisenmann mit fünf Abteilungen: Spiel-, Haushalts- und Lederwaren, Geschenke und Basteln. „Wir hatten einen Kaufhaus-Charakter. Aber das ist nicht mehr gefragt“, führt Georg Beer mit Blick auf den Niedergang von Galeria Karstadt Kaufhof aus. Daher verkleinerte er die Verkaufsfläche von 850 auf 450 qm und beschränkte das Sortiment auf Haushalts- und Lederwaren. „Durch die neue Ausrichtung nahmen die Kunden uns sofort als Fachgeschäft wahr, obwohl wir praktisch die gleiche Ware hatten. Ganz erstaunlich.“
Die heutigen Zahlen bestätigen den damaligen Entschluss. Seit 2016 konnte Eisenmann den Umsatz um 35 Prozent steigern, berichtet Georg Beer. Damit liege man in diesem Jahr wieder auf dem Niveau von 2015 – auf weniger Verkaufsfläche und mit weniger Personal.
Das Traditionsunternehmen, das in diesem Jahr sein 125jähriges Jubiläum feiert, könne auf viele Stammkunden bauen, so Georg Beer weiter. Immenstadt im Oberallgäu zählt rund 15.000 Einwohner und profitiert von einem „gesunden Tourismus“. Während der Corona-Pandemie habe er daher weniger unter Umsatzeinbußen gelitten als seine Handelskollegen im etwa 20 Kilometer entfernten Oberstdorf, wo der Handel weitaus mehr vom Tourismus abhängig sei.