Eher zufällig kam die Gelegenheit, Kapire zu eröffnen. In den Räumlichkeiten gab es auch schon vorher eine Schuhmacherwerkstatt. Der alte Inhaber war verstorben und Ranft wollte den Ort für die Nachbarschaft erhalten. „Viele, gerade ältere Kunden, sagen mir, wie dankbar sie sind, dass es den Laden noch gibt.“ Und sie nutzen das Angebot auch. Über mangelnde Aufträge kann sich Ranft nicht beschweren. 50 bis 80 größere und kleinere Reparaturen nimmt sie in der Woche meist vor: „Gerade letztes Jahr von Oktober bis Dezember war unglaublich viel los“, beschreibt sie und erklärt, dass das Business auch noch wächst. Es spricht sich immer weiter herum, auch bei jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten, die oft gar nicht wissen, dass man auch Sneaker noch reparieren kann. Vor allem muss Ranft hier Löcher im Fersenfutter flicken.
Einen Absatz zu reparieren, kostet rund 20 Euro, eine Sohle zu reparieren 30 Euro. Natürlich kommen die Kunden vor allem mit ihren teureren Modellen wie Wanderschuhen, Galanterie oder Edelsneakern im dreistelligen Bereich vorbei. In dem Preissegment lohne es sich aber oft, den Schuh reparieren zu lassen, anstatt ein zweites Mal viel Geld für einen neuen zu zahlen. Entsprechend viel beschäftigt, will Ranft mit den Öffnungszeiten zeigen, dass auch Dienstleister nicht immer erreichbar sein können und an der Zeit für die Familie nicht gespart werden darf. Am Montag ist das Geschäft geschlossen, am Dienstag und Freitag nur bis 14.30 Uhr geöffnet. Nur am Mittwoch und Donnerstag bleibt das Kapire bis 18.00 Uhr offen.