Sorge bei der Industrie
Schuhhersteller blicken unterdessen mit Sorge auf die Geschehnisse in Hamburg. Als „sehr mysteriös“ bezeichnet der Vertreter einer Lifestyle-Marke die Entwicklung bei Görtz, nicht zuletzt auch, weil dort, so das Unternehmen, telefonisch niemand erreichbar sei. Das Brand hatte sich laut eigener Aussage aus der Zusammenarbeit ein halbes Jahr, nachdem Görtz von Kisslings Firma CK Technology Solutions übernommen worden war, zurückgezogen. Ein weiterer Lieferant berichtet, Zahlungen seien erst im letzten Augenblick vor einem gerichtlichen Mahnverfahren eingegangen. Das Vertrauen sei zerstört, die Zusammenarbeit beendet. Ein anderes Unternehmen arbeitet weiterhin mit dem Schuhfilialisten zusammen, solange eine Warenkreditversicherung besteht – maximal eine Handvoll weiterer Lieferanten dürften laut schuhkurier-Informationen diese Variante nutzen. Andere liefern nur gegen Vorkasse ihre Schuhe aus.
Derweil warten laut mit dem Sachverhalt vertrauten Personen weitere Unternehmen der Schuhindustrie auf Zahlungen im bis zu sechsstelligen Bereich für bereits gelieferte Ware. Auf möglicherweise verzögerte oder ausbleibende Zahlungen angesprochen, erklärt Bolko Kissling gegenüber schuhkurier: „Ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Wenn Sie sich in unseren Läden umschauen, gibt es dort genügend Lieferanten, die scheinen ja alle ihr Geld zu bekommen.“ Der Unternehmer ergänzt: „Für jeden, der mich anruft, wird es immer eine Lösung geben. Mit mir kann man immer reden.“