„Wir sind im Wachstum ganz hinten, egal ob man G7 oder G20 zum Vergleich nimmt. Das ist ein Drama“, stimmte Katag-CEO Dr. Daniel Terberger ein. Das misstrauische Verhältnis zwischen Regierung und Wirtschaft lähme das Land. Und das drücke zusätzlich zu den vielen Unsicherheiten auf die Stimmung: „Wir springen gedanklich von Problem zu Problem. Wir wissen nicht, ob die Krise in China eskaliert, ob der Ukraine-Krieg weiter eskaliert, ob die Inflation beherrscht ist.“ Zukunftsprognosen seien in dieser Zeit sinnlos geworden, man müsse auf viele Zukünfte vorbereitet sein. In solchen Zeiten gelte es, die alten, simplen Unternehmertugenden einzuhalten: Das Unternehmen muss finanziell stabil sein, die Bilanz muss stimmen, die Liquidität muss in Ordnung sein. So sei es leichter, flexibel zu bleiben und auf jede Krise zu reagieren. „Es ist die größte Disruption aller Zeiten“, sagte Terberger unter anderem mit Hinblick darauf, wie schnell sich die Anforderungen an die Entscheider im Modehandel verändern. Die sich rasant verändernden Containerpreise und unsicheren Lieferketten sorgen dafür, dass mal volle Läger für mehr Unabhängigkeit, mal leere Läger zur Working Capital-Optimierung, en vogue sind. Dazu kommt der Druck durch Vertikale sowie der neuen chinesischen Online-Plattformen Shein und Temu. Mut machen wollte er dennoch: „Wir können mit Umbrüchen wirklich gut umgehen.“ Auf die wachsende Regulierung der Modebranche, aktuell in Form der EU-Lieferkettenrichtlinie, ist die Katag gewissermaßen schon vorbereitet. Zuletzt hat die Verbundgruppe ihr Engagement in das Konzept Easy Apotheke ausgeweitet. „Und am Gesundheitsmarkt sehen wir, wie stark Regulierung einen Markt bestimmen kann. Und wir müssen jetzt lernen, wie das in der Mode auch Einzug erhält. Wir müssen uns dem stellen. Wir können nicht unsere eigene Welt machen.“