Das Weihnachtsgeschäft 2025 ist in Baden-Württemberg mit gemischten Gefühlen angelaufen. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Baden-Württemberg unter rund 180 Händlerinnen und Händlern zeigt: Die Kaufzurückhaltung bleibt spürbar – vor allem getrieben durch wirtschaftliche Unsicherheiten und einen starken Fokus auf Rabatte rund um die Black Week.
„Viele Menschen sind aktuell sehr vorsichtig, was ihre Ausgaben betrifft. Die Diskussionen um Stellenabbau in vielen Branchen verunsichern zusätzlich“, erklärt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. Zugleich betont sie: „Gleichzeitig glauben wir aber daran, dass sich die Menschen trotz aller Sorgen bewusst auch etwas Gutes tun wollen – gerade in der Weihnachtszeit.“
Am ersten Adventssamstag zog es zahlreiche Kundinnen und Kunden in die Innenstädte und Einkaufszentren – wenn auch zunächst eher zum Schauen als zum Kaufen. Die Kundenfrequenz und der Umsatz wurden laut Umfrage jeweils mit der Schulnote 3,1 bewertet, die Stimmung lag mit 2,84 bereits deutlich positiver. Viele Händler berichten von reger Inspiration und ersten gezielten Käufen – ein traditioneller Auftakt in die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts.
Im Vergleich zum Vorjahr meldeten rund 50 % der befragten Händler niedrigere Umsätze, während die andere Hälfte gleichbleibende oder sogar höhere Erlöse erzielte. Die Black Week und der Black Friday zeigten deutlich, wie preissensibel die Kundschaft derzeit agiert: 75 % der Betriebe verzeichneten während der Black Week geringere Umsätze als im Vorjahr, am Black Friday waren es rund 58 %. Dennoch fielen die Reaktionen auf die Angebote überwiegend positiv aus – über zwei Drittel der Händler bewerteten das Kundenfeedback am Black Friday als gut oder eher gut.
„Die Kundinnen und Kunden reagieren auf Angebote, kaufen aber gezielter und deutlich preisbewusster als früher. Spontankäufe sind seltener geworden, wer in die Geschäfte kam, der kaufte jedoch durchaus ein“, so Hagmann.
Trotz des verhaltenen Auftakts blickt der Handel mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Adventswochen. Weihnachtsmärkte, festlich dekorierte Schaufenster und die besondere Atmosphäre in den Innenstädten sollen die Kauflust weiter steigern. „Wir hoffen, dass sich die Menschen in den nächsten Wochen wieder stärker für den Einkauf vor Ort entscheiden – nicht nur wegen des Preises, sondern auch wegen der Atmosphäre, der Beratung und des persönlichen Kontakts“, betont Hagmann.