Kleiner Chip, große Wirkung? Viel wird derzeit über neue Technologien für den stationären Handel diskutiert. Auch RFID ist ein Thema. Wo liegen die Vorteile der Radio Frequenz Identifikation? Welche Händler profitieren am meisten? Was muss bei der Einführung beachtet werden? schuhkurier hat recherchiert.
15.03.2017
Petra Salewski
2 Minuten
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RFID – was ist das eigentlich? Bei der Radio Frequenz Identifikation wird ein Etikett mit einem RFID-Chip an der Ware angebracht. Der Chip enthält eine Nummer. Wird z.B. von einem Handlesegerät eine Funkwelle ausgestrahlt, veranlasst sie den Chip, die codierte Nummer zurückzusenden (passiver RFID-Prozess). Dieses Rücksende-Signal wird wiederum vom Lesegerät aufgenommen. Nun ist die Nummer des Chips bekannt und damit die Information zur Ware. Identifiziert werden kann die Information auf dem Chip über drei Wege: über ein per Hand bedienbares Lesegerät, fest installierte Deckenantennen oder einen selbstfahrenden Roboter. Marc O’Polo arbeitet mit RFID, Gerry Weber, C&A und Adler sind ebenfalls Pioniere beim Einsatz der Technologie. Auch in der Schuhbranche laufen Tests, um die Vorteile des Systems zu ermitteln. „In der Textilbranche wird mit Blick auf RFID von hervorragenden Ergebnissen hinsichtlich der Bestandsgenauigkeit und der Realisierung von Omnichannel berichtet. Außerdem kann die Technologie positive Umsatzeffekte bringen und für eine generelle Beschleunigung der Prozesse sorgen“, erklärt Harald Krug, Projektleiter Retail Logistics/Bereichsleiter Logistik bei der ANWR Group. Vor dem Hintergrund der offensichtlichen Vorteile habe die Verbundgruppe entschieden, sich das Verfahren genauer anzusehen und herauszufinden, ob ähnliche positive Effekte auch im Schuhhandel zu beobachten sind. Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Tailorit wurde im vergangenen Jahr ein Testkonzept entwickelt, das zwei verschiedene Szenarien berücksichtigt: einen großen Filialisten – das zur ANWR gehörende Unternehmen Schuh und Sport Mücke – sowie ein kleineres Fachgeschäft, typisch für die Verbundgruppe. Der Unternehmer Kai Enners, Mitglied der ANWR-Formel I-Gruppe, die sich mit Innovationsthemen beschäftigt, entschied sich für eine Teilnahme am Test. Das Ehepaar Enners führt zwei verschiedene Geschäftstypen in seinem Unternehmen: das Hauptgeschäft mit Vollsortiment in Bad Marienberg sowie einen Fachmarkt in Hachenburg (Westerwald). Völlig anders stellt sich die Situation beim Schuh- und Modefilialisten Mücke dar, der zur ANWR gehört und dessen Konzept auf großen Flächen und einer komplexen Logistik fußt. Der Testlauf in den beiden sehr unterschiedlichen Unternehmen sollte allen Beteiligten umfangreiche Informationen liefern. Wo liegen Vorteile von RFID? Was ist bei der Einführung der Technologie zu beachten? Welche wichtigen Fragen müssen vor Einführung geklärt werden? Nach dem Test steht für alle Beteiligten fest: RFID funktioniert und bietet Vorteile – für größere Händler ebenso wie für kleine. Die Vorzüge können variieren, je nachdem, wie komplex die Prozesse in einem Unternehmen sind. Fest steht auch, dass RFID Prozesse vereinfachen und beschleunigen kann. Das kann zu Personaleinsparungen führen oder zumindest dazu, dass die Mitarbeiter sich wichtigeren Dingen – dem Kunden! – widmen können als zeitaufwändigen Arbeitsschritten rund um Wareneingang und Bestandserfassung. Direkte positive Auswirkungen auf die Rentabilität bringt RFID in aller Regel nicht.
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