Vom 5. bis 9. Juli wird die Mainmetropole erstmals Schauplatz der Frankfurt Fashion Week. Neonyt, Premium und Seek werden dann parallel stattfinden. Hinzu kommt als neues Format „The Ground“, das auch die Konsumenten mit einbinden soll.
Im Fokus des Messe-Vierklangs soll die Nachhaltigkeit stehen. Die Organisatoren sind dafür eine Partnerschaft mit der UNO eingegangen und bekennen sich zur Conscious Fashion Campaign (CFC) und den Entwicklungszielen („Sustainable Development Goals“, SDG) des United Nations Office for Partnerships (UNOP). Dafür nehmen die Messemacher auch die Aussteller in die Pflicht: Mindestens fünf dieser insgesamt 17 Ziele müssen von allen Teilnehmern der ersten Frankfurt Fashion Week umgesetzt werden; bis 2023 sollen es alle Ziele sein. Übergeordnet sei das Vorhaben, die Mode- und Textilbranche bis 2050 klimaneutral aufzustellen, so die Veranstalter.
Das neue Messe-Event verfolgt nach den Worten von Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, „einen radikal zukunftsweisen“ Ansatz und positioniert sich „mit einer konsequent nachhaltigen Agenda.“ Man wolle die Transformation der gesamten Modeindustrie hin zu einer ressourceneffizienten Industrie vorantreiben – und zwar auf globaler Ebene. Dabei wolle man, so Braun, „eine aktive Rolle bei der Lösung gesamtwirtschaftlicher Problemstellungen“ spielen. Im Dezember 2019 hatte Braun das Vorhaben der Messe Frankfurt der UNO in New York vorgestellt und die Weltorganisation als „Presenting Partner“ dafür gewinnen können.
Im Sommer 2020 hatten die Veranstalter bekannt gegeben, die Modemessen Premium, Seek und Neonyt von Berlin nach Frankfurt verlegen zu wollen.
Verschiedene Events in der gesamten Stadt
Mehrere Messeformate, Konferenzen, Runway-Shows und ein Nachhaltigkeits-Award werden neben weitern Events im Sommer in Frankfurt stattfinden. Dabei setzt man klar auf „physische“ Veranstaltungen, ergänzt aber „hybride“ Angebote. Am 8. Juli wird zudem ein „Sustainable Development-Summit“ den Fokus auf Ökologie in der Modebranche setzen. Durch Einbindung des Texpertise Netzwerks, das zuletzt an die 60 Veranstaltungen organsiert und 24.000 Unternehmen sowie 600.000 Professionels vereint, soll die Frankfurt Fashion Week in ihrer internationalen Ausrichtung gestärkt werden.
Schuhe sollen nach dem Willen der Veranstalter eine wichtige Rolle spielen. In den Messeformaten Premium, Seek und Neonyt seien Schuhmarken immer schon vertreten gewesen. Das werde auch weiterhin so sein, heißt es auf schuhkurier-Anfrage. Auch bei dem neuen Konzept The Ground sei das Segment ein wichtiger Bestandteil.
Anita Tillmann, Managing Partner der Premium Group, erwartet 2.000 Brands und 140.000 Besucher. Sie sieht die Kooperation mit der UNO als „großartig, aber auch notwendig“ an. „Wir bilden den größten Modemarkt ab und tragen eine Verantwortung. Wir tun das, was wir am besten können: relevante Player miteinander zu vernetzen. Und wir stehen vor nie dagewesenen Umbrüchen.“
Man wolle eine Plattform in Europa aufbauen, auf der der „echte und ehrliche Austausch“ möglich sein soll, „weg vom Konkurrenzkampf, hin zu einer Zusammenarbeit“, so Tillmann.
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann betonte, dass die Fashion Week in der gesamten Stadt sichtbar sein soll. Neben einem Catwalk in der Innenstadt sollen Kunst, Kultur, Mode und Handel in der Mainmetropole gemeinsam die Bühne für das internationale Publikum bilden. Hinzu kommt ein stadtweit organisiertes Skateboard-Festival, das parallel zur FFW stattfinden wird.
Nach den Worten von Detlef Braun soll der jetzt feststehende Vierklang aus Neonyt, Premium, Seek und „The Ground“ nicht „das Ende der Fahnenstange“ sein. Das Messeportfolio soll erweitert werden; mehr dazu soll im Frühjahr bekannt gegeben werden.