„Wir müssen jetzt beweisen, dass es funktioniert“
Interview mit Andreas Schaller
- 16.01.2025
- Christian Kandlin, Petra Steinke
- 1 Minute
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Andreas Schaller: Die Umbenennung des Unternehmens in Lloyd Lifestyle GmbH ist ein Zeichen der deutlichen Veränderungen, die wir vorgenommen haben und weiter vornehmen werden. Seit dem Closing im Mai haben wir sehr viele Maßnahmen angeschoben. In der Kollektionsentwicklung sind wir deutlich systematisierter vorgegangen. Wir werden die Themen der Kollektionen intensiver in Richtung Lifestyle, Premium und Fashion ausbauen, ohne die Aussage zu vergessen, für die Lloyd traditionell steht. Zudem nehmen wir auch Anpassungen in der Ansprache unserer Handelspartner vor, indem wir die Kalkulationsaufschläge zum UVP nach Preislagen gestaffelt anheben. Das alles sind Dinge, an denen wir in den letzten Monaten intensiv gearbeitet haben. Die Veränderung des Schriftzugs und des Markenauftritts bilden den visuellen Kick-Off.
Wir haben sehr intensiv analysiert, wie die Marke gesehen wird. Wir haben eine starke Sichtbarkeit in Bezug auf Business und Klassik. Auch haben wir schon länger festgestellt, dass der Markenauftritt, insbesondere der Schriftzug, sehr maskulin wirkt und die Marke dadurch im Damensegment etwas schwieriger zu positionieren ist. Diese Feststellung machten wir auch im Accessoires-Bereich. Das waren Themen, die wir auch schon vor der Übernahme durch Arklyz diskutiert haben. Param Singh (Inhaber von Arklyz, Anm. d. Red.) hat uns ermutigt, nach vorne und neu zu denken. Er ist ein sehr aktiver Gesellschafter. Im Rahmen von zahlreichen Workshops haben wir sehr viel analysiert, diskutiert und die Themen, welche uns weiterbringen sollen, ausgearbeitet. Nicht zuletzt haben wir eine internationale Markenberatungsagentur in den Veränderungsprozess mit einbezogen.
Unser Herrenschuh-Basisprogramm werden wir dahingehend verändern, dass wir uns auf Durchläufer konzentrieren. Deshalb haben wir den Großteil der NOS-Kollektion ganz neu entwickelt. Hier erfolgt ein Aufbau in fünf Hauptsegmenten, die sich an unserem Markenschwerpunkt Business und Formal orientieren.
Die bisherigen Bestseller, die einen sehr hohen Umsatzanteil generieren; Easygoing, eine Schuhgruppe, die den Tragekomfort herausstellt; X-Motion, eine dem Handel bekannte Technologie, die das Sneakerfeeling auf den klassischen Schuh überträgt; zudem eine Fashiongruppe und die Goodyear-Linie. Die Saisonkollektionen für Damen- und Herrenschuhe sind unterteilt in Classic, Fashion und in Sneaker. Zudem unterteilen wir alle unsere Kollektionen zukünftig in Value, Good, Better und Best. Value sind non-selected-Modelle, die nur im Herrensegment angeboten werden und die auch Kunden kaufen können, welche keinen Selektivvertrag mit uns geschlossen haben. Die Kunden mit Selektivvertrag können auch die Good-, Better- and Best-Schuhe in ihrem Angebot führen.
Das Produktangebot umfasste in der Vergangenheit ungefähr zwei Drittel Herren- und ein Drittel Damenschuhe. In Zukunft werden wir im Damensegment ein Angebot haben, das nahezu an das der Herren heranreicht, allerdings ohne den großen NOS-Anteil. Im Damenbereich arbeiten wir über unser Move-Konzept und nicht über das klassische NOS, welches dem Handel jedoch auch eine zügige Nachordermöglichkeit eröffnet. Somit erreichen wir heute eine Anteiligkeit von 55% Herrenund 45% Damenschuhen.
In der Vertriebsanteiligkeit muss man differenzieren: Bei unseren eigenen Aktivitäten haben wir eine Anteiligkeit von ca. 35% Damenschuhen. Wir streben zeitnah 50% an. Im Wholesale liegt der Anteil der Damenschuhe bei ca. 15%. Hier sehen wir in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Anteiligkeit von 30% bis 35% in den bestehenden Märkten.
Preiserhöhung ist das falsche Wort. Wir stellen eine Preisentwicklung dar. Wenn der Händler unbedingt bei seiner Preisstellung bleiben will, dann hat er die Chance, das zu tun. Aber betriebswirtschaftlich wäre das ein Fehler, auch in der gemeinsamen Entwicklung. Deswegen bieten wir ihm die Möglichkeit, sich im Preis weiterzuentwickeln.
Wir starten in Zukunft bei 129 Euro. Die Weiterführung von niedrigeren Preislagen passt nach unserer Überzeugung nicht zu einem Premiumprodukt. Es wäre nach meiner festen Überzeugung eine strategische und betriebswirtschaftliche Fehlentscheidung, den Weg von unserer Seite nicht zu gehen bzw. ihn von Seiten des Handels nicht mitzugehen. Nur mit einem aktiven Preismanagement kann der Handel der Kostenentwicklung entgegenwirken und das eigene Überleben sichern! Das ist auch der Grund, warum wir die Veränderung der Kalkulationsaufschläge am Preisbild orientieren: Bis 150 Euro bleibt alles, wie es ist. Ab 150 Euro werden wir eine veränderte Kalkulationsstruktur haben und einen Aufschlag von 150% bieten, ab 200 Euro sind es 160% und ab 300 Euro 190%. Selbstverständlich immer bezogen auf den UVP.
Durch die Kontakte des neuen Investors ergeben sich für die Marke neue Möglichkeiten, international bekannter zu werden. (Foto: Lloyd)
So ein M&A-Prozess, den ich auch zum ersten Mal mitgemacht habe, ist doch sehr umfangreich. Wir haben ein Werk in Indien, eines in Rumänien, und wir haben internationale Vertriebsgesellschaften – das alles muss so durchleuchtet werden, dass ein Käufer die Sicherheit hat und nicht mit Überraschungen konfrontiert wird. Im Übrigen liegt dies auch im Interesse des Verkäufers.
Lloyd ist immer noch so, wie man Lloyd kennt. Es gibt Bereiche und Abteilungen, die einen Aufbruch erfahren haben. Und das ist gut so. Wir hatten, ausgelöst durch die Coronakrise, vier Jahre Dauerkrisenmodus hinter uns, was im Übrigen dazu geführt hat, dass wir überhaupt in die Situation gekommen sind und sich der Ara-Konzern entschieden hat, einen anderen Weg zu gehen. Dem Dauerkrisenmodus folgt jetzt die Aufbruchstimmung. Das ist mit Param Singh gut gelungen. Natürlich waren viele skeptisch und es wird noch viel Kraft und Arbeit kosten, alles in der Praxis umzusetzen, was angeschoben wurde. Wir konnten aber immer mehr Menschen, sowohl intern und jetzt offensiv auch extern, vom neuen Weg überzeugen. Wir müssen jetzt beweisen, dass es funktioniert. Aber das ist bei jeder Übernahme und bei jeder Veränderung normal.
Wir profitieren sehr von den internationalen Verbindungen, die Param Singh hat. Wir gehen davon aus, dass wir über diese Verbindungen ein schnelleres internationales Wachstum generieren können. Die ersten Kontakte sind geknüpft. Auch wurden schon die ersten Verträge geschlossen. Jetzt laufen die Vorbereitungen, um die Maßnahmen umzusetzen, die 2026 zu positiven Ergebnissen führen werden.
2024 war anfänglich sehr positiv, allerdings hat sich das leider nicht so fortgesetzt, wie wir uns das erhofft hatten. Wir haben noch keine abschließenden Zahlen, aber es war auf jeden Fall ein höchst anspruchsvolles Jahr. Die Zahlen von 2023 haben wir nicht ganz erreicht, was insbesondere mit strukturellen Veränderungen auch im Markt zu tun hat. Durch den Wegfall einiger Händler standen uns Umsätze, die sich 2023 relativ gut entwickelt hatten, nicht mehr zur Verfügung. Auch das Osteuropageschäft, insbesondere das Russlandgeschäft, steht nach wie vor massiv unter Druck. Das sind Entwicklungen, die wir nicht alle auffangen konnten.
Die Arklyz Group ist sehr stark im Sportsektor aktiv und hat viele Sport- und Sneaker-Stores. Dass wir jetzt zur Sportmarke werden, ist aber nicht geplant. Aber dass wir uns aus dem Modesegment hin zu einer Lifestyle-Marke entwickeln werden, das ist ein festes Vorhaben. Unsere Produkte werden in Zukunft jedoch nicht in Performance-Sportgeschäften zu finden sein. Natürlich werden wir unseren Sneaker-Anteil nochmal ausweiten. Wir haben zur F/S 2025-Saison einen verkauften Sneaker-Anteil von 40%. Das ist ein Ergebnis, welches wir zu H/W 25/26 stabilisieren wollen, weil das nun mal die Schuhgruppe ist, die im Moment am besten funktioniert.
Wir haben einen Partner in China, der in den Jahren vor Corona innerhalb von zwei Jahren insgesamt neun Geschäfte eröffnet hat. Dann hat die Corona-Krise auch China recht heftig getroffen und unser Partner musste konsolidieren. Im Moment haben wir im Norden Chinas vier Geschäfte, die dieser Partner betreibt. Gerade kürzlich ist eines der Geschäfte innerhalb eines Einkaufszentrums in eine bessere Lage umgezogen und neu gestaltet worden. Wir befinden uns in Gesprächen, um zu klären, wie wir mit unserem neuen Set-up in Zukunft agieren wollen. Unser neuer Auftritt hat unsere Partner begeistert. Chinesen lieben Veränderungen. Das sind ideale Voraussetzungen für uns. Abgesehen von unserem Partner in China sind wir dabei, die Kontakte von Param Singh zu prüfen und gemeinschaftlich zu eruieren.
Für China sind wir auch in der Überlegung, Lifestyle-Produkte, die über den Schuh hinaus gehen, in Lizenz produzieren zu lassen. Denn das Geschäft dort hat ja nicht nur mit Modeanspruch zu tun, sondern auch mit Passformen. Darauf muss man sich einstellen, wenn man in China erfolgreich sein will. Ich gehe davon aus, dass wir 2026 erste Ergebnisse zeigen können.
Im Grunde genommen fast die ganze Welt. Zunächst aber die Märkte, in denen Param Singh sehr gute Kontakte hat. Das ist breit gefächert, und das können wir nicht von heute auf morgen angehen, aber mit relativ großen Schritten in den nächsten drei Jahren.
Aktuell sind es Skandinavien, Österreich, Frankreich, Luxemburg und das Baltikum sowie Deutschland und die Schweiz.
Da muss man unterscheiden: Mit Blick auf das Gesamtunternehmen liegt sie bei ungefähr 30%. Wenn man nur den Wholesale betrachtet, und das ist ja der faire Vergleich, dann haben wir einen Exportanteil von über 40%.
Wir sind dabei, unser Portfolio zu optimieren. Wenn an einem Standort der Vertrag ausläuft und wir dort keine Zukunft sehen bzw. es keine Einigung mit dem Vermieter gibt, dann schließen wir auch schon einmal ein Geschäft – wie z.B. aktuell in Köln. Zugleich ist nach wie vor geplant, neue Standorte zu akquirieren und zu eröffnen. Hier agieren wir, wie es bei jedem Filialunternehmen der Fall ist.
Aktuell sind es 35 Concept Stores, davon sind 28 in Deutschland, einer in Wien, einer in Kopenhagen und die weiteren im Baltikum.
Er spielt eine große Rolle. Unsere eigenen Concept Stores sind für uns wichtig, um die Marke so zu präsentieren, wie wir sie präsentieren wollen. Und wir haben die Stores an Standorten, wo wir zum Teil keine Kunden mehr haben. Aber der Fachhandel ist für uns nach wie vor ein extrem wichtiger Teil unserer Vertriebsstrategie. Allerdings achten wir darauf, welcher Händler zu unserer zukünftigen Premiumausrichtung passt. Denn nicht jeder Händler tut der Marke gut. Das ist nun mal so und keine mangelnde Wertschätzung gegenüber diesen Marktteilnehmern. Reno, und das sehen sicher die dort Verantwortlichen genauso, wäre wohl keine gute Handelsmarke, um ein Premiumprodukt von Lloyd zu zeigen. Daher analysieren wir die Lage immer wieder. Die Bewertung haben wir durch unsere Selektivverträge schon vorbereitet und entsprechend ausgearbeitet. Eine Vorgehensweise, die unseren Handelspartnern auch Sicherheit gibt und zeigt, dass wir die Markenführung im beiderseitigem Interesse ernst nehmen. Der Anteil der Selektivkollektion an der Gesamtkollektion ist gewachsen. Zudem zeigen wir durch den Fachhandel Präsenz, das heißt, die Marke wird auch in der Breite wahrgenommen. Im Fachhandel sind wir auch ganz anderen Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt, was unsere Gedanken immer wieder schärft.
Im höherpreisigen Schuh- und Modehandel sieht das Unternehmen noch Wachstumspotenzial.(Foto: Lloyd)
Ja, aber die Situation muss natürlich fair bleiben. Wir haben unsere Verträge mit den Selektivpartnern, hier gibt es verbindliche Regeln beiderseits. Diese mussten wir treffen, um rechtlich abgesichert zu sein. Und wir haben mit den Kunden darüber gesprochen. Es gab Händler, die das nicht umsetzen konnten. Diese Kunden können heute „nur“ noch die Value-Kollektion anbieten. Und es gab andererseits Partner, die dann den Bereich, in dem Lloyd-Schuhe angeboten wurden, in die richtige Richtung verändert haben. Dies hat fast immer zu einer positiven Entwicklung der Zusammenarbeit geführt. Wir kontrollieren natürlich, ob das so bleibt und nicht nur ein kurzes Unterfangen ist. Wir versuchen immer vernünftige Lösungen mit unseren Kunden zu finden. Aus rechtlichen Gründen sind wir aber dazu verpflichtet, nachzuweisen, dass wir die Einhaltung der Vereinbarung sicherstellen.
Sie ist uns sehr wichtig. Wir haben unseren Außendienst sehr stark sensibilisiert. Der SABU hat uns die Zusammenarbeit betreffender Punkte bei der Auswertung einer Mitgliederbefragung gezeigt, laut der unser Außendienst in der Betreuung am besten abgeschnitten hat. Das hat uns natürlich gefreut. Wir wissen, dass unsere Repräsentanten auf ihre Händler eingehen und unsere Inhalte vermitteln. Das begleiten wir über die Einkaufsvereinigungen und über Direktkontakte, wo immer wir sie haben. Wir werden auch in den kommenden Wochen viel Zeit in die Kommunikation investieren, um deutlich zu machen, dass unsere Veränderung nicht zu Lasten des Fachhandels geht. Im Gegenteil: Wir wollen mit dem Fachhandel die Marke Lloyd weiterentwickeln. Dass es in erster Linie unsere Aufgabe ist, die Entwicklung von Lloyd im Auge zu haben, das muss ein Händler natürlich einsehen. Aber wenn uns der Fachhandel egal wäre, dann wären wir nicht auf die Idee gekommen, die Kalkulationsaufschläge zu unserem Nachteil zu ändern. Diese Veränderung sehen wir auch als eine Wertschätzung unserer Fachhandelspartner. Wir wissen, dass wir etwas tun müssen. Das müssen wir aber in einer Form machen, die Lloyd weiterbringt. Dies bringt nach meiner festen Überzeugung auch den Handel weiter. Und wenn der Händler meint, wir seien fachhandelsfeindlich, weil wir nicht mehr die Preislage 99,90 Euro anbieten, dann ist er stehen geblieben. Dies muss ich in dieser Deutlichkeit sagen. Dann hat er die Zukunft nicht erkannt, denn das Halten der Preise, insbesondere der sogenannten Eckpreislagen wird und kann auf Dauer nicht funktionieren. Dies sollte auch die Erkenntnis aus den letzten Jahren und den daraus entstandenen massiven Problemen der Branche sein.
Wir sehen im Modehandel ein separates Wachstumsfeld, welches wir aber schon länger erfolgreich erschließen. Wir werden das Segment sogar noch etwas ausweiten, indem wir auch den gehobenen Modehandel verstärkt ansprechen. Dafür haben wir im deutschsprachigen Raum unseren Vertriebsansatz verändert. Wir arbeiten nun zusätzlich mit einer Agentur, die ausschließlich im Premium-Modehandel aktiv ist, wo unser Vertrieb zwar Kontakte, aber teilweise Schwierigkeiten beim Zugang hat. Auf mittlere Sicht glauben wir, mit der Agentur schneller zum Ziel zu kommen. Das hängt auch damit zusammen, dass wir die Marke stärker aufladen und ihren Premium-Charakter noch stärker herausstellen müssen. Das Ziel ist, Lloyd künftig auf Flächen oder in Premiumkonzepten von Modehändlern zu sehen, wo wir im Moment noch keine große Rolle spielen.
In Zukunft setzt Lloyd weiterhin auf Showrooms in Deutschland, international werden auch Messen bespielt. (Foto: Lloyd)
Bei Breuninger sind wir im Moment in der normalen Schuhabteilung sehr gut vertreten. Dort ist es uns wichtig, auch im Premiumbereich der Weltstadthäuser präsent zu sein. Wir glauben mit den entsprechenden Kollektionsteilen auch bei Prange auf der Kö oder bei den Thomas-Konzepten in München eine stärkere Position einnehmen zu können. Ebenso bei Playern im Textilbereich, die im höherwertigen Segment unterwegs sind. Es gibt einige Händler, die eine Leuchtturmfunktion haben und zu denen wir, wenn wir unsere Neuausrichtung erfolgreich weiterführen, sicher auch Zugang bekommen werden.
Wir haben einen D2C-Anteil, der für das Unternehmen schon sehr wichtig ist. Sowohl im Hinblick auf den Umsatz als auch auf die Wahrnehmung der Marke sowie, nicht zu unterschätzen, der Erkenntnisse aus dem Markt. In unseren Concept Stores haben wir die direkte Ansprache des Konsumenten, welche wir detailliert auswerten können.
Ich glaube, wenn Konsumenten den angezogeneren Schuh wieder favorisieren, muss er die Trageeigenschaften eines Sneakers haben. Das ist der Grund, warum wir den Classic-Bereich mit Easygoing und mit X-Motion deutlich ausgebaut haben. Es wird keine Rückkehr zum Business-Schuh geben, wie er einmal war. Aber den formellen Schuh wird es auch in Zukunft geben, davon bin ich fest überzeugt. Fakt ist, dass es eine mehr oder weniger große Nische sein wird. Da gibt es mal eine Modewelle, dann ist die Nische ein bisschen größer und dann gibt es wieder eine, da ist sie kleiner. In diesem Nischenbereich wollen wir auch in Zukunft die wichtigste Rolle spielen und im Premium-Segment, wie auch heute, Marktführer sein. Es bleibt aber eine Nische. Darüber hinaus müssen wir den Kunden mit anderen Produkten begeistern. Wir haben im Businessbereich bei den Kunden ein positives Image. Das Problem ist, dass der Verbraucher diese Business-Schuhe nicht mehr in diesem Maße trägt. Daher müssen wir Produkte auf den Markt bringen, die dieser Kunde heute im Business tragen möchte. Wir haben im Reinverkauf für F/S 2025 einen Sneaker-Anteil von 40%. Sneaker die sich zum Teil an den Businessträger wenden. Das ist der neue Business Schuh für viele Kunden und Berufsgruppen! Das haben wir zu spät konsequent aufgegriffen, werden es aber in den nächsten Monaten und Jahren strategisch ausbauen. Und wenn der Kunde dann wahrnimmt, dass er seine neue Schuhwelt auch bei uns entdecken kann, dann werden wir ihn wieder gewinnen. Aus vielen Reaktionen von Kunden und Analysen über das Kundenverhalten wissen wir, dass die Männer nach wie vor die Qualität, die Passform und auch das positive Image der Marke Lloyd schätzen. Darauf bauen wir auch im Sneaker-Segment auf.
Nur in den Showrooms. Wir sind nur an internationalen Messen interessiert, die von internationalem Publikum besucht werden. Für die deutschen Kunden haben wir die Orderbüros, da können sie sich perfekt informieren. Und wir brauchen keine Regionalmesse, die diese Orderbüros ergänzt.
Ich erwarte ein herausforderndes Jahr aufgrund der Gesamtsituation im Markt, aber auch die Fortführung des Aufbruchs, den wir jetzt erleben. Weil wir die Internationalität in diesem Jahr noch nicht in dem Maße erreichen, wie wir das wollen, gehen wir davon aus, dass wir nur ein leichtes Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr erreichen werden. Und dann erwarte ich für die Folgejahre, dass wir durch die internationale Entwicklung unsere Umsätze deutlich weiter entwickeln und damit die Marke stärken und auf ein neues Level heben werden.