Was sich sonst geändert hat
Stephan Holbach bemängelt neben dem Fakt, dass der Verkauf über Zalando teurer geworden ist, vor allem die Intransparenz: „Die Gebührenstruktur ist sehr unübersichtlich geworden. Es gibt verschiedene Umsatzprovisionen pro Preislage und pro Auszahlungsrhythmus. Gebühren werden mit Zeitverzögerung hin- und her verrechnet, sodass eine genaue Betrachtung schwierig wird.“ Er richtet sich bei seiner Order daher nur nach den Umsätzen im stationären Bereich und nicht nach Marktplätzen. Die Auswirkungen von Incentives seien bei Holbach nicht angekommen: „Angeboten wurde die Rückabwicklung der Retouren über Zalando statt über den Händler, aber die Gebühren dafür sind viel zu hoch.“ Eines habe sich bei Zalando jedoch positiv entwickelt: „Verbessert wurde die Schnelligkeit der Auszahlung. Von der Erstellung der Abrechnung bis zum Geld- eingang vergeht teilweise kein Tag. Da können sich die anderen Plattformen ein Beispiel daran nehmen.“
Auch Ulrich Volk stellt fest: „Leider hat sich meines Erachtens nicht viel verbessert, sondern eher verschlechtert. Zalando hat eingeführt, dass Artikel oder Marken, die Zalando nicht mehr attraktiv sieht, nicht mehr gelistet werden. Somit sind bei uns ca. 25% des Sortiments nicht mehr für Zalando attraktiv.“ Marcus Höhne sagt, es habe keine Entwicklungen gegeben, die die Verkäufe über Zalando relevant pushen würden: „Es gibt nur ein paar Dinge in Sachen Auswertungen intern bei Zalando, die zusätzliche Informationen bieten. Inwieweit sich Investitionen direkt auf unsere Umsätze ausgewirkt haben, ist für uns nicht messbar. Wir haben messbar nicht weniger Umsätze, gehen aber davon aus, dass es am geringeren Wettbewerb auf der Plattform liegt.“ Er sieht die Zukunft bei der Zusammenarbeit mit Zalando im Partner-Programm: „Das Partner-Programm ist mit Connected Retail zu Zalando Partner zusammengefasst worden, die Provisionssätze sind dieselben und die Service Level Agreements werden ab Ende Januar auch auf gleichem Niveau durchgesetzt. Es ermöglicht aber den Verkauf im Ausland, Dokumente in Fremdsysteme ausspielen und eine automatische Artikelanlage.“
Auch Zalando verweist auf schuhkurier-Nachfrage zu dem Themenkomplex auf Zalando Partner: „Wir wollen unseren Partnern die Werkzeuge an die Hand geben, die sie benötigen, um sich im E-Commerce-Wettbewerb zu behaupten. Daher haben wir im September Zalando-Partner vorgestellt. Unter diesem Namen werden alle Partnerangebote von Zalando gebündelt, um eine klare und einheitliche Erfahrung für Partner zu schaffen und ihren Erfolg auf der Plattform zu fördern.“ Der Sprecher erklärt gegenüber schuhkurier außerdem, wie das Unternehmen die angebundenen Händler unterstützen möchte: „Darüber hinaus versetzen wir unsere Partner in die Lage, ihre Sortimente besser zu verwalten und ihre Fulfilment-Kompetenzen zu optimieren. Zu den neuesten Erweiterungen unseres Tooling Angebots für Partner gehören unter anderem ein verbessertes Artikel-Onboarding, optimierte Retourenprozesse sowie die Einführung verbesserter und umfangreicherer Reporting-Funktionen. Mit diesen Investitionen wollen wir unsere Partner weiter stärken und einen langfristigen Nutzen für alle schaffen.“