Beginnen wir mit den guten Nachrichten! Denn auch wenn man sich schon fast daran gewöhnt hat, dass Hiobsbotschaften den Grundton setzen: Es gibt sie ja, die positiven Meldungen, auch in dieser sehr durchwachsenen Herbst/Winter-Saison 2025/26. Dass „die Kundinnen modisch aufgeschlossen sind“, ist eine davon. „Das zeigt allein schon der Erfolg der Farbe Braun“, sagt Christian Bode, Schuh Bode in Wentorf, 25 Filialen in Berlin, Hamburg und Norddeutschland, „davon hätten wir durchaus mehr vertragen können“. Dass die Frauen, die in die Läden kommen und kaufen, „Lust auf modische Schuhe haben“, beobachtet auch Lothar Braunisch vom Schuhhaus Wichern in Zeven. Marc Majowski, Majo Schuhe, Kelkheim, mit elf Filialen im Rhein-Main-Gebiet, macht die Erfahrung, dass „die Kundinnen auch wieder nach etwas Schickerem, etwas mit Absatz suchen“, statt immer nur nach dem ewigen Sneaker. Und natürlich ist es auch ermutigend, dass der Handel mit seinen Sortimenten vom Grundsatz her vielfach richtig gelegen haben dürfte. „Ich glaube, wir haben im Einkauf keine Fehler gemacht“, sagt Christian Bode. „Wir hatten gute Ware auf den Flächen und waren mit unserem Sortiment gut aufgestellt.“
Dennoch führt kein Weg daran vorbei, auch über die Stimmung zu sprechen. Denn was die Verfassung der Kundschaft und die daraus resultierende Gemütslage im Handel anbelangt, hat die zu Ende gehende Verkaufssaison gute Chancen, als Tiefpunkt in die Branchenhistorie einzugehen. „Die Konsumenten sind nicht in Kauflaune“, sagt Frank Beckmann, Schuhhaus Lötte, zwei Häuser in Bochum. Christian Bode beobachtet, dass „die Frequenzen in dieser Saison weiter abgenommen haben“. Karl-Georg Reindl von Schuh Reindl in Rosenheim konstatiert: „Es fehlt jegliche Konsumlaune.“ Und Volkhard Friebel, Schuhhaus Stietzel in Goslar, berichtet: „Das Geschäft ist bereits seit Juli sehr verhalten.“ Viele Kunden kämen nur, um zu schauen; selbst mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sei „oft schon sehr schwierig“, so Friebel. „Die Leute verweigern sich und kaufen nur das, was sie wirklich kaufen müssen“, fasst Lothar Braunisch zusammen.