Das war’s. Die letzte Dekade des Jahres ist ausgewertet. Das Ergebnis reiht sich nahtlos in die Serie wenig erfreulicher Entwicklungen und Nachrichten ein, die 2018 maßgeblich geprägt haben. Auf Minus folgte Minus folgte Minus – in nur sechs von 36 Dekaden legten die Umsätze zu. Sechs von 36. Diese Bilanz spricht Bände. Vor allem die wichtigen Monate März und September gingen in die Hose. Das war nicht zu verkraften. Das Jahr 2018 dürfte daher noch länger in schlechter Erinnerung bleiben. Es ist Zeit für einen Neubeginn. In wenigen Tagen startet die Branche auf der Expo Riva Schuh in eine neue Orderrunde. Was können wir von den kommenden Monaten erwarten? Für diese Ausgabe von schuhkurier haben wir Macher aus Handel und Industrie nach ihrem persönlichen Ausblick gefragt. So viel sei an dieser Stelle vorweggenommen: Die Statements sind überwiegend von Vorsicht, Realismus und Zurückhaltung geprägt. „Wir befinden uns in einem langen, grundlegenden strukturellen Wandel“, bringt es Wortmann-CEO Jens Beining auf den Punkt. Mehr denn je sei es in Zeiten von schwindendem Bedarf wichtig, die Bedürfnisse der Kunden konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.
Doch was tun, wenn sich die Kunden zunehmend verweigern? Seit Jahren schon sinken nicht nur die Frequenz in den Innenstädten, sondern auch die Budgets der Deutschen für Schuhe und Bekleidung. Dazu passt, dass zum Jahresanfang das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland auf einen neuen Tiefststand gefallen ist. Eine Reihe von politischen Risiken drücken auf die Stimmung. Angesichts von Brexit & Co. scheint den Bürgern die Lust auf Shopping zunehmend zu vergehen. So weit, so ernüchternd. Ein Vorschlag: Das Jahr 2019 soll im Zeichen des Wortes ’trotzdem‘ stehen: trotzdem in spannende Geschäfte investieren, trotzdem nach neuen Lieferanten suchen, trotzdem kreative Events veranstalten, trotzdem Kunden begeistern! Die Schuhbranche ist krisenerprobt und im Umgang mit Herausforderungen geübt. Erfolgsgarantien und einfache Lösungen komplexer Probleme gibt es nicht. In diesem Jahr weniger denn je. Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg, die zweifellos weiterhin vorhanden sind, erfordern heute mehr Einsatz, mehr Arbeit als in der Vergangenheit. Konstruktiv, professionell und zielgerichtet müssen in den kommenden Wochen und Monate Lösungen und Konzepte entwickelt werden. Packen wir es an. Trotzdem.