Am 29. September 2013 war Lajos F. mit einem LKW auf das Firmengelände der Wortmann KG in Detmold vorgefahren. Er gab an, für einen Vertragspartner in Moskau eine Lieferung von 10.000 Paar Damenschuhen transportieren zu wollen. Dabei soll sich der Angeklagte mit einem gefälschten slowenischen Personalausweis und gefälschten Dokumenten ausgewiesen haben. Der Betrug flog auf: „Uns war aufgefallen, dass an dem alten LKW neue russische Kennzeichen angebracht waren – und das mit Kabelbindern. Und auch die Papiere sahen unecht und neu aus – wie aus dem Copyshop", erinnert sich der Leiter der Lagerlogistik bei Wortmann, Klaus Brunsiek, gegenüber der „Neue Westfälische“.
Wortmann – 10.000 Paar Schuhe gestohlen
Dass der Schwindel auffiel, dürfte jedoch auch einem ähnlichen Vorfall zuzuschreiben sein, der sich acht Monate zuvor ereignete. An jenem 29. Januar 2013 hatte ein anderer Fahrer aus Osteuropa mehr Erfolg: Er verschwand mit 10.000 Schuhen der Wortmann-Sommerkollektion spurlos. Laut der „Neue Westfälische“ ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den Hintermännern des Transportes im Januar 2013 und September um dieselben handelt.
In einem ersten Prozess wurde Lajos F. durch das Amtsgericht Detmold am 20. Januar 2014 wegen versuchten Betruges im besonders schweren Fall in Tateinheit mit dem Gebrauch einer unechten Urkunde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Sowohl der geständige Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Detmold hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt.