So konnte der Onlineriese Zalando im zweiten Quartal 2023 seine bereinigten Ergebnisse vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) um 87% steigern. Dies sei teilweise auf die Anpassung der Kosten pro Bestellung sowie die Erhöhung der durchschnittlichen Warenkorbgröße zurückzuführen. Auch die gezielteren Marketingmaßnahmen trugen zum Ergebnis bei, so das Unternehmen. Die bereinigte EBIT-Marge stieg dabei um 2,7% auf 5,7% an. „In einem temporär herausfordernden Umfeld im Einzelhandel wollen wir in den Bereichen Logistik und Marketing nachhaltig die Effizienz steigern”, sagt Dr. Sandra Dembeck, CFO des Unternehmens. „Diese Maßnahmen haben sich in diesem Jahr bereits ausgezahlt: Das bereinigte EBIT hat sich im zweiten Quartal fast verdoppelt.“ Mit diesem Erfolg möchte man den Fokus auf Wachstumsinitiativen richten.
Zukünftiges Wachstum im Fokus
Das Bruttowarenvolumen sank um 1,8% auf 3,7 Mrd. Euro. Gleichzeitig gingen auch die Umsätze um 2,5% auf 2,6 Mrd. Euro zurück. „Es ist ein Übergangsjahr“, erklärt Robert Gentz, Co-CEO von Zalando. Es gehe deshalb darum, die Geschäftsabläufe zu vereinfachen und den stetigen Aufwärtskurs beizubehalten. „Wir investieren weiter in unser Storytelling, neue Technologien und unser Logistikangebot, um Zalandos zukünftiges Wachstum zu stärken”, sagt Gentz. Auch über neue Marken freue sich das Unternehmen, während gleichzeitig neue digitale Dienste wie die virtuelle Anprobe getestet werden. „Neue Marken wie Lululemon und Lancôme begeistern Kundinnen und Kunden und etablieren Zalando als ihre erste Anlaufstelle. Unsere neue Größenempfehlungsfunktion vereinfacht das Online-Einkaufserlebnis. Diese Innovation unterstützt Kundeninnen und Kunden, die perfekte Passform zu finden – eine der zentralen Herausforderungen im Mode-E-Commerce.”
Gentz erwähnt außerdem eine Normalisierung in Sachen Retoure. Auch gehe man aktuell von keiner Gefahr vom chinesischen Konkurrenten Shein aus. Hier würden sich die Geschäftsmodelle ausreichend unterscheiden, so Gentz.
Neue Prognose für das Geschäftsjahr 2023
Für das Jahr 2023 hat die Onlineplattform ihre Prognosen konkretisiert. So wird das bereinigte EBIT für das gesamte Geschäftsjahr 2023 zwischen 300 und 350 Mio. Euro (davor: 280 – 350 Mio. Euro) erwartet. Das Bruttowarenvolume wird in der ersten Hälfte der prognostizierten Spanne von 1% bis 7% liegen, während die Umsätze sich ebenfalls in der unteren Hälfte zwischen -1% und 4% bewegen werden.
Im Jahr 2022 verzeichnete das Unternehmen ein Gesamtwarenvolumen von 14,8 Mrd. Euro, ein Umsatz von 10,3 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBIT von 184,6 Mio. Euro.