Seit etwa drei Wochen ist Münster um ein Highlight reicher. Platzhirsch Zumnorde hat sein Stammhaus nach achtmonatigem Umbau wieder eröffnet.
Das Geschäft im Herzen der westfälischen Universitätsstadt wurde mit großem Aufwand und beeindruckender Detailverliebtheit neu gestaltet. Zudem haben es die drei Geschäftsführer Franz-Josef, Heinrich und Thomas Zumnorde geschafft, ein stationäres Shopping- Erlebnis mit allen Möglichkeiten der Digitalisierung zu kombinieren. Ganz unaufgeregt, beinahe subtil. Aber mit dem Ziel, den Kunden durch den digitalen Mehrwert in seiner Kaufentscheidung zu stärken. Im neu gestalteten Kaminzimmer, dessen Bodenfliesen ebenso wie die Beläge der Regalböden aus feinstem Leder gefertigt wurden, kann der geneigte Kunde beim Anprobieren einen Film auf einem hier installierten Display anschauen, der ihm zeigt, wie man bei Santoni Herrenschuhe durch ein einzigartiges Finish in Unikate verwandelt. Er kann beobachten, wie ein zwiegenähter Schuh entsteht – und dadurch verstehen, wie langlebig und hochwertig Produkte dieser Machart sind. In der Damenabteilung können sich Kunden ansehen, was Zumnorde jüngst auf Instagram postete, oder welche Modelle Blogger, mit denen das Unternehmen kooperiert, aktuell favorisieren. Möglich ist es über diesen Weg auch, eigenständig nach einer weiteren Größe oder Farbe eines Schuhs zu suchen. Der Clou befindet sich außerhalb des Geschäfts in der Schaufensterpassage. Dort wurde ein 55 Zoll Touch Display installiert, das vorbeigehende Passanten per Bewegungsmelder erfasst und selbstständig anspricht. Ein automatischer Kundendialog wird gestartet, der auf Wunsch den Zugriff auf den Onlineshop von Zumnorde ermöglicht. Will der Kunde ein Paar Schuhe nicht nur reservieren, sondern wirklich kaufen, gibt es via QR-Code den Zugang zum Zumnorde-Onlineshop. Mit seinem Smartphone kann der Kunde dann den Kauf tätigen – und braucht seine sensiblen Kontodaten nicht dem Touch Display ’mitzuteilen‘.
Was Zumnorde da für ein Gesamtinvestment von 3,5 Mio. auf die Beine gestellt hat, kann gelingen. Nicht nur, dass das neue Geschäft – für die Inhaber der ’Store der Zukunft‘ – im Hinblick auf seine Interieur-Gestaltung ein wirklich beeindruckendes Statement für den stationären Handel darstellt. Sondern auch, weil hier Digitalisierung mit maximaler Sinnhaftigkeit integriert wurde. Man wolle weder in Schönheit sterben noch den Kunden mit Digitalisierungsthemen überfordern, betont Thomas Zumnorde. Aber man sei überzeugt: „Da wachsen Welten zusammen.“ Das habe man im Stammhaus umsetzen wollen. Zuallererst sei man Mittelständler, Unternehmer, Händler. Alles, was im Mutterhaus nun aufgebaut wurde, zahlt darauf ein, dass dies noch lange so bleibt.