Zuversicht im Dauerstresstest
Interview mit Caprice-Geschäftsführer Jürgen Cölsch
- 31.12.2025
- Petra Steinke
- 1 Minute
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Interview mit Caprice-Geschäftsführer Jürgen Cölsch
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Headerfoto: Caprice-Geschäftsführer Jürgen Cölsch (Foto: Caprice)
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Caprice-Stammsitz in Pirmasens (Foto: Caprice)
schuhkurier: Herr Cölsch, wir erleben eine beispiellose Konsolidierung im Schuhhandel. Wie sehr beschäftigt Sie diese Entwicklung als Hersteller?
Jürgen Cölsch: Sie beschäftigt mich jeden Tag. Was wir gerade sehen, ist kein normaler Zyklus, sondern eine strukturelle Marktbereinigung. Viele Händler haben jahrelang mit steigenden Kosten für Miete, Personal und Energie gekämpft, gleichzeitig frisst die Konsumzurückhaltung die Erträge auf. Das ist ein Dauerstresstest, der selbst hervorragend geführte Unternehmen an die Grenze bringt. Ich glaube nicht an ein „Zurück wie früher“. Der private Konsum wird bewusster: weniger Spaßkäufe, mehr Bedarfskäufe, höhere Qualitäts- und Serviceerwartung, sinkende Fehlertoleranz. Für uns als Hersteller heißt das: Wir müssen dem Handel Kollektionen liefern, mit denen er gutes Geld verdient – marktorientierte UVPs, sehr gute Margen und Produkte, die am Fuß überzeugen.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie hören, dass wieder ein traditionsreicher Händler schließt?
Mich macht das jedes Mal betroffen. Hinter jedem geschlossenen Geschäft stehen Familien, Mitarbeiter, jahrzehntelange Aufbauarbeit und unglaublich viel Herzblut für Schuhe. Gerade wer die letzten fünf Jahre im stationären Schuhhandel überstanden hat, hat nach meiner Überzeugung vieles richtig gemacht – das sind keine schwachen Unternehmer, sondern Kämpfer. Mich ärgert, dass häufig genau die Häuser verschwinden, die eine Stadt mitgeprägt haben. Persönliche Beratung, echte Sortimentskompetenz und gelebte Emotion – das sind Werte, die den Unterschied machen. Umso mehr sehe ich uns als Industrie in der Verantwortung, unsere Partner so zu unterstützen, dass sie wirtschaftlich durchhalten und auch in den nächsten Jahren das Bild ihrer Innenstädte mitprägen können.
Wann rechnen Sie mit einer Entspannung der Situation?
Kurzfristig rechne ich nicht mit einer durch- greifendendurchgreifenden Entspannung. Die Rahmenbedingungen – Kosten, Geopolitik, Verunsicherung – bleiben auf absehbare Zeit schwierig. Ich glaube eher an eine schleichende Anpassung: Wenn sich die Märkte bereinigt haben, wenn sich neue Formate etabliert haben und der Handel seine Prozesse effizienter ausgerichtet hat, wird sich wieder eine stabilere Basis ergeben. Aber: Wir werden weniger Standorte haben und einen stärker polarisierten Markt – Discount unten, Luxus oben, und dazwischen eine anspruchsvolle, kaufkräftige Mitte. Genau dort positionieren wir Caprice und das bezahlbare Premiumsegment von Peter Kaiser.
Haben sich Ihre Gespräche mit dem Handel verändert – ist der Dialog intensiver, partnerschaftlicher, vielleicht auch fordernder geworden?
Ja, eindeutig. Die Art und Weise der Gespräche ist heute deutlich ernster und fokussierter: Wir sprechen sehr schnell über Zahlen, Risiken, Sortimente und die Frage, welche Marken und Hersteller eine verlässliche, zukunftsfähige Bank sind. Der Handel erwartet klare Antworten zu Stabilität, Marge, Kollektion – und dass wir zuhören und konsequent handeln.
Wie unterstützen Sie den Handel konkret?
Caprice und Peter Kaiser verstehen sich als verlässliche Partner des Handels – gerade in herausfordernden Zeiten. Wir bieten nicht nur stabile Lieferketten und eine zuverlässige Logistik über das moderne Zentrum der Wortmann-Gruppe, sondern auch ein wirtschaftlich attraktives Gesamtpaket. Unsere Marken stehen für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Caprice im gehobenen Mittelpreissegment mit überdurchschnittlichen Margen, Peter Kaiser im Premiumbereich mit fair kalkulierten UVPs und hoher Wertschöpfung. Darüber hinaus bieten wir dem Handel echte Verkaufsargumente – von Passformvielfalt in G, H und K über hochwertige Macharten bis hin zu innovativen Komforttechnologien wie Climotion, Blue Grip oder Rollmotion. Unsere Marketing- und Content-Investitionen – zunehmend KI-gestützt – stellen sicher, dass Händler am stationären und digitalen POS professionell auftreten können. Wir wollen dem Handel Produkte und Werkzeuge an die Hand geben, mit denen er Sortimentskompetenz zeigen, sich differenzieren und planbar Erträge erzielen kann – zuverlässig, partnerschaftlich und auf Augenhöhe.
Caprice-Modelle (Foto: Caprice)
Was erwarten Sie umgekehrt vom Handel: Welche Qualitäten braucht ein Fachhändler heute, um als Partner für Caprice und Peter Kaiser interessant zu sein?
Von unseren Handelspartnern erwarten wir vor allem ein klares, zukunftsorientiertes Profil mit Fokus auf die Konsumentin. Händler, die Caprice führen, sollten Mode und Komfort als Einheit verstehen und diese Kombination überzeugend kommunizieren. Wer Peter Kaiser ins Sortiment nimmt, muss das Premiumsegment mit entsprechender Inszenierung bespielen – Galanterie, Qualität und „stiller Luxus“ brauchen Sichtbarkeit und Raum, um ihre Wirkung zu entfalten. Genauso wichtig ist die Prozessqualität: Für eine verlässliche Zusammenarbeit benötigen wir frühzeitige, substanzielle Vororder – nur so können unsere Produktionskapazitäten optimal ausgelastet und unsere attraktiven Preisstrukturen gehalten werden. Gleichzeitig investieren wir massiv in unsere Nachlieferfähigkeit, um schnelle Reaktionen auf Abverkaufserfolge zu ermöglichen. Was wir zudem schätzen, ist Offenheit – für gemeinsame Analysen, aber auch für Korrekturen, wenn einmal etwas nicht funktioniert.
Gibt es Beispiele für besonders erfolgreiche Partnerschaften – und was macht diese Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht aus?
Ich vermeide bewusst, einzelne Partner hervorzuheben – aus Respekt vor all jenen, die sich in den vergangenen Jahren im Schuhhandel behauptet haben. Erfolgreiche Partnerschaften beruhen aus unserer Sicht auf einem offenen, kontinuierlichen Dialog und einer klaren Rollenteilung: Wir als Hersteller liefern marktgerechte Kollektionen, verlässliche Logistik und professionellen B2B-Service. Der Händler kennt seine Kundin, sorgt für Sichtbarkeit am POS und setzt gezielte Kaufimpulse. Entscheidend ist auch, dass die Verantwortung klar geregelt bleibt: Wir liefern, der Handel verkauft. Kompensationsgeschäfte verwischen diese Rollen, verteuern die Produkte und gefährden die Existenz des Handels. Verlässlichkeit bei Lieferfenstern, Aktionen und Zahlungszielen ist daher die Grundlage für langfristige, belastbare Beziehungen.
Wie gelingt es, in dieser angespannten Marktlage Vertrauen aufzubauen und gemeinsam mit dem Handel zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln?
Vertrauen entsteht durch Verlässlichkeit und Klarheit. Unser Unternehmen und unsere Muttergesellschaft sind familiengeführt; wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen und stehen als Eigentümer persönlich für unsere Entscheidungen ein. Seit nunmehr über 30 Jahren ist Caprice im Markt für Liefersicherheit, Lieferpünktlichkeit, relative Preisstabilität und als unterstützender Partner in Krisensituationen bekannt. Gleichzeitig sprechen wir mit unseren Handelspartnern offen über Kalkulation, Margen, Servicelevel, Strategie und notwendige Kollektionsanpassungen; wenn etwas nicht funktioniert, wird es klar benannt und konsequent korrigiert. Aus dieser Kombination von Stabilität und Transparenz entstehen gemeinsam Lösungen, die den Handel auch in einer angespannten Marktlage zukunftsfähig machen.
Es wird im kommenden Sommer ein neues Format, 069 Connect, in Offenbach geben. Wird Caprice dabei sein?
Wie man bereits heute auf der Website der Messe Offenbach sehen kann, gehören wir zu den ersten Ausstellern, die sich für 069 Connect angemeldet haben – und das bewusst mit beiden Marken, Caprice und Peter Kaiser, weil wir den offenen Dialog in der Branche aktiv suchen und unterstützen wollen. 069 Connect ist für uns spannend, weil es bewusst mehr sein will als eine klassische Ordermesse: Im Mittelpunkt stehen Networking, Austausch auf Augenhöhe und Gespräche über Strategien, Effizienz und neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Handel. Genau diese Mischung aus Business, Dialog und Markenpräsentation suchen wir als Hersteller.
Was hat die Initiative #schuhhandelhatzukunft von Roman Degenhardt, Ingo Hänel und Ulrich Volk Ihrer Meinung nach erreicht?
Die Initiative hat der Branche einen wichtigen Dienst erwiesen, weil sie sehr offen ausgesprochen hat, wo der Schuh im stationären Handel drückt. Sie hat Händler, Verbundgruppen, Verbände und Industrie näher zusammengebracht und den Dialog deutlich belebt. Für mich ist klar: Dieser Austausch zwischen Handel und Industrie muss weitergehen – und wir werden ihn auch in Zukunft aktiv mitgestalten.
Das Jahr 2024 war für Ihr Unternehmen ein Rekordjahr. Wie ist 2025 bis hierhin gelaufen?
Wir konnten das Rekordniveau von 2024 noch einmal steigern und das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich über der 100-Millionen-Marke liegenden Umsatz abschließen. Treiber waren ein starkes Caprice-Geschäft im gehobenen Mittelpreisbereich, der erfolgreiche Start von Peter Kaiser unter unserem Dach und überdurchschnittliche Zuwächse in mehreren Kernmärkten Europas. Angesichts der Marktlage bin ich mit dieser Entwicklung sehr zufrieden – sie zeigt, dass unser Fokus auf Preis-Leistungs-Stärke, Passform und Komfort im Markt ankommt.
Blick in die Caprice-Produktion (Foto: Caprice)
Welche Entwicklung erwarten Sie für Ihr Unternehmen in 2026?
Es wird kein Selbstläufer, aber wir blicken zuversichtlich auf 2026. Seit Ende November sind wir bereits mit unseren neuen Herbst-/Winterkollektionen 2026 unterwegs und erleben bei unseren Handelspartnern eine sehr positive Resonanz. Caprice überzeugt mit frischen, modischen Linien, neuen Böden und Innovationen wie den Rollmotion-Schuhen, die ein noch natürlicheres Abrollen und spürbaren Komfort bieten – ergänzt um starke Programme in den Weiten G, H und K, mit denen wir im Mehrweiten-Segment hervorragend aufgestellt sind. Peter Kaiser profiliert sich mit besonders hochwertigen Materialien, erstklassiger Verarbeitung und einer klaren, femininen Premium- Aussage. Beide Kollektionen sind so konzipiert, dass sie dem Handel attraktive, verlässliche Margen ermöglichen. Der Start in die neue Saison ist damit außerordentlich vielversprechend – und genau diese Kombination aus modischer Erneuerung, sichtbarem Mehrwert für die Endkundin und starken Kalkulationen für den Handel stimmt mich für die Unternehmensentwicklung 2026 optimistisch.
Die Marke Caprice steht für feminine Schuhmode mit gutem Preis-Leistungs- Verhältnis. In welchen Segmenten kann Caprice Marktanteile hinzugewinnen?
Caprice kann überall dort Marktanteile gewinnen, wo Konsumentinnen Mode und Komfort suchen und dafür faire Preise bezahlen möchten. Konkret sehe ich Potenzial in Komfort-Sneakern und modischen City-Styles, Alltags-Pumps und Büroschuhen mit hoher Bequemlichkeit, Boots und Stiefeletten mit rutschhemmenden, alltagstauglichen Sohlen und Mehrweiten-Sortimenten, wo G, H und K klare Differenzierung bringen. Unsere Technologien wie Climotion, Blue Grip und jetzt die neuen Rollmotion-Schuhe – konstruktiv auf natürliches Abrollen ausgelegt – geben Caprice zusätzlich ein klares Leistungsprofil im Regal.
Die zweite Peter-Kaiser-Kollektion unter Ihrer Regie ist im Handel. Welches Fazit ziehen Sie nach der F/S-Kollektion und welche Rückmeldungen bekommen Sie aktuell von Ihren Kunden?
Peter Kaiser ist zurück. Die Marke ist wieder bei mehreren Hundert Partnern im Facheinzelhandel gelistet, die Nachfrage nach eleganten Pumps und Galanterie ist spürbar angezogen. Die Rückmeldungen des Handels lassen sich so zusammenfassen: Passform und Qualität werden sehr positiv bewertet. Die Preispolitik – Premium, aber bezahlbar – wird als zeitgemäß empfunden. Die erweiterte Kollektion mit ausgewählten Sneakern und sportiveren Styles wird als gute Ergänzung wahrgenommen, darf aber die Galanterie nicht überlagern. Das bestärkt uns darin, konsequent an dieser Positionierung weiterzuarbeiten.
Zur F/S-Saison haben Sie eine umfangreiche Abverkaufskampagne gestartet. War diese erfolgreich? Und gab es zu H/W eine weitere?
Unsere Kampagne war von Beginn an nicht nur auf eine einzelne Saison ausgelegt, sondern so konzipiert, dass sie kurzfristige und langfristige Effekte entfalten kann. Mit den kurzfristigen Ergebnissen sind wir sehr zufrieden – vor allem, weil es uns gelungen ist, das Verkaufspersonal auf der Fläche gezielt zu unterstützen. Genau das stand im Mittelpunkt der Initiative, und dieses Ziel haben wir erreicht. Für H/W haben wir die Aktivitäten weitergeführt und inhaltlich geschärft – etwas weniger laut, dafür fokussierter auf Galanterie, Leder-Stretch-Stiefel und anlassbezogene Themen.
Welche der typischen ‚Heritage-Modelle‘ von Peter Kaiser haben bislang besonders gut funktioniert? Und welche neuen Themen kommen gut an?
Unser NOS-Programm, in dem wir vor allem unsere klassischen, ikonischen Modelle bündeln, entwickelt sich seit der Einführung ausgesprochen stark. Wir erhalten täglich eine beachtliche Zahl an Nachbestellungen – ein klares Signal dafür, dass unsere etablierten Heritage-Modelle im Markt fest verankert sind. Sehr erfolgreich sind derzeit vor allem klassische Pumps auf bewährten Leisten – sie bilden nach wie vor die DNA von Peter Kaiser. Außerdem gibt es positive Reaktionen auf elegante Slingpumps und Court Shoes für Anlass, Business und den Anspruch an „stillen Luxus“. Positiv besprochen werden auch Leder- Stretch-Stiefel, die durch hervorragende Passform und hohen Schaftkomfort überzeugen – hier erhalten wir vom Handel besonders viel positives Feedback, insbesondere zu den neuen Formen und den Varianten in Dunkelbraun. Bei einigen neuen Themen sehen wir eine gute Resonanz, darunter sportiver interpretierte Modelle, etwa klar gestaltete Sneakers, und Material- und Farbspiele, die das klassische Bild von Peter Kaiser behutsam modernisieren, ohne die gewohnte Eleganz und Wertigkeit zu verlieren. Die Herausforderung – und gleichzeitig unser Anspruch – besteht darin, das richtige Verhältnis zwischen Heritage und Erneuerung zu finden.
Die Wiederbelebung einer Traditionsmarke ist ein mutiger Schritt. Gab es in den zurückliegenden Monaten auch Momente des Zweifelns – und was hat Sie in diesen Situationen gestärkt?
Wer behauptet, er hätte bei so einem Projekt nie Zweifel, sagt nicht die ganze Wahrheit. Natürlich gab es Momente, in denen man sich fragt: Kommt die Kundin wirklich zurück? Trifft die neue Kollektion den Nerv der Zeit? Reicht die Kaufkraft im Premiumbereich, wenn insgesamt gespart wird? Gestärkt haben mich drei Dinge: Der Markenkern von Peter Kaiser; eine Marke, die seit 1838 für Eleganz und Passform steht, hat eine unglaubliche Kraft. Die Reaktion des Handels: Viele Partner haben gesagt: „Wir haben auf ein glaubwürdiges Comeback gewartet.“ Diese Rückendeckung motiviert. Und schließlich unser Team: Von der Entwicklung in Pirmasens über unsere Fabriken bis hin zum Vertriebsteam – da arbeiten Menschen mit Schuh-DNA, die dieses Projekt unbedingt zum Erfolg führen wollen.
Wo sehen Sie die Marke Peter Kaiser in fünf Jahren – und welche Rolle soll sie im Kosmos von Caprice und der Wortmann-Gruppe einnehmen?
In fünf Jahren soll Peter Kaiser wieder zu den ersten Adressen in Europa gehören, wenn es um elegante, feminine Damenschuhe geht. Wir wollen mit Peter Kaiser Premium neu definieren – nicht als abgehobenen Luxus, sondern als intelligente Verbindung aus verlässlich hohen Margen für den Handel, einem für die Kundin attraktiven Preisbild, hochwertiger Ware ohne Luxusrisiko im Einkauf, innovativer Marketing- und POS-Unterstützung, zeitlosen, wertigen Produkten und dem Gefühl von Sicherheit und Begehrlichkeit am Regal. Unser Ziel ist klar: Peter Kaiser soll zu den besten Marken im Premium-Markt gehören.
Was würden Sie anderen Unternehmern mitgeben, die vor der Frage stehen, eine eingeführte Marke zu übernehmen?
Dazu habe ich drei Gedanken: Man sollte den Markenkern verstehen, bevor man verändert. Man braucht Mut zur Fokussierung und sollte nicht alles gleichzeitig machen. Es geht darum, lieber den Kern der Marke zu schärfen, als sie in alle Richtungen zu ziehen. Und unverzichtbar ist auch ein langer Atem. Eine Traditionsmarke wieder aufzubauen, ist kein Sprint. Man braucht Kapital, Geduld – und die Bereitschaft, Kollektionen und Preise konsequent nachzuschärfen, bis es „einrastet“.
Geben Sie uns einen ersten Ausblick: Was wird die neue H/W-2026/27- Kollektion von Peter Kaiser prägen?
Für Herbst/Winter 2026/27 schärfen wir das Profil von Peter Kaiser weiter und knüpfen konsequent an unsere erfolgreichsten Gruppen an, die wir um spannende neue Themen ergänzen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Loafer in unterschiedlichen Ausführungen und Sprengungen, die von elegant-flach bis ausdrucksstark reichen. Hinzu kommen neu entwickelte, präzise Steppungen sowie subtil gesetzte Western-Elemente, die wir bewusst feminin und ganz in der Welt von Peter Kaiser interpretieren.
Auch im Materialbereich setzen wir neue Akzente: Neben unseren hochwertigen Suede-Qualitäten rücken besonders weiche Nappaleder in warmen Erdtönen sowie neu entwickelte, extra softe Napplack-Varianten in den Fokus.
Unter dem Leitmotiv „Modern Heritage“ zeigen wir klar konturierte Pumps und Booties mit femininen, aber tragbaren Absätzen, Stretch-Stiefel und Schaftlösungen, die verschiedenen Beinformen gerecht werden. Hochwertige Leder und feine Materialien, die man sieht und fühlt, stehen für stillen Luxus statt Logo- Lautstärke. Die Farbwelt bewegt sich zwischen zeitloser Eleganz und bewusst gesetzten Akzenten – so, dass unsere Modelle sowohl im Business-Kontext als auch zu besonderen Anlässen funktionieren.