„Bewusstsein in Ministerien schaffen“

#handelstehtzusammen formuliert Forderungen

Das Aktionsbündnis #handelstehtzusammen hat nach eigenen Angaben binnen weniger Wochen fast 14.000 Unterstützer gefunden. In Abstimmung mit dem HDE haben die Initiatoren ein Forderungspapier formuliert. Sie wollen nun weitere Aktivitäten starten. 

Wie die Initiatoren von #handelstehtzusammen allen Unterstützern am 9. Januar in einer E-Mail mitteilten, sei es gelungen, bei Verbänden, Politik und in der Presse aktiv auf die problematische Situation des stationären Handels hinzuweisen. „Bei unseren Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass die Politik die akute Not vieler Einzelhandelsbetriebe bislang nicht verstanden hat. Es kommt nun auf uns alle an, unsere Existenzsorgen publik zu machen“, heißt es in der Mail.

Man habe gemeinsam mit Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbands (HDE), ein eigenes Forderungspapier abgestimmt. „Sowohl der Handelsverband als auch wir haben die gegenseitigen Anregungen genutzt, um die Forderungspapiere zu überarbeiten und zu verbessern.“ Im Unterschied zum Papier des Verbands fordere das Aktionsbündnis auch einen Ausgleich entgangener Erträge, da sonst bei den Hilfen unfaire Ungleichverteilungen zwischen verschiedenen Rechts- und Gesellschaftsformen entstünden und die Betriebe im letzten Lockdown und in der Zeit danach bereits mehr als genug geschädigt worden seien. „Zumindest im Zeitraum der vorgeschriebenen Schließungen halten wir deshalb einen Ausgleich des vollen Rohertrags für unbedingt notwendig, damit die Betriebe auch nach dem Lockdown noch die notwendigen Investitionen tätigen und zukunftsfähig arbeiten können“, formuliert das Aktionsbündnis.

Die Initiatoren des Aktionsbündnisses wollen nun weitere Aktivitäten starten und fordern alle Unterstützer auf, hierbei mitzumachen: „Um die politischen Entscheidungsträger auf die besondere Betroffenheit unserer Branche noch besser aufmerksam zu machen, müssen wir Händler unsere Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen vor Ort im Wahlkreis anschreiben und auf die besondere, individuelle Situation hinweisen und um Unterstützung bitten.“ Zugleich sollen die Forderungen an den Wirtschafts- und den Finanzminister gesendet werden.

Auch wird angeregt, bis zum 15. Januar an einer Online-Umfrage des HDE teilzunehmen. Der Verband wolle konkrete Unternehmensbeispiele und Einzelschicksale aus der gesamten Bundesrepublik und über alle Einzelhandelsbranchen hinweg zusammentragen und gebündelt an die Politik herantragen. „Mit dieser konzertierten Aktion wird der HDE unserer Forderung nach einer zwingenden Anpassung der Wirtschaftshilfen weiter Nachdruck verleihen könne“, so die Initiatoren.

Das Aktionsbündnis #handelstehtzusammen war im Dezember von den Händlern Roland Reischmann, Simon Bittel, Benjamin Rupp, Klaus Michelberger, Werner Binder und Friedrich Werdich ins Leben gerufen worden. Sie fordern entweder die sofortige Wiederöffnung des stationären Einzelhandels oder eine angemessene Entschädigung.  Die Zahl der Unterstützer wuchs binnen kurzer Zeit.

Im Interview mit schuhkurier erklärte Friedrich Werdich, warum sich der stationäre Handel in der Corona-Pandemie von der Politik im Stich gelassen fühlt. 

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 10.01.2021 - 12:45 Uhr

Weitere Nachrichten